Tageslicht / Montag, 30.03.2015

Veganer Supermarkt zieht ins Brauquartier

 
 

Vegan, bio und verpackungsfrei: Im Mai eröffnet Sandra Neumeier mit „Twelve Monkeys – Vegankrams“ ihren Supermarkt im Brauquartier.

Für die vegane Szene auf St. Pauli sind es erfreuliche Neuigkeiten in diesem Frühjahr: Gut zwei Monate nachdem der ehemalige vegane Lebensmittelladen „Bevegend“ an der Balduinstraße die Türen schließen musste, gibt es für Veganer auf dem Kiez bald wieder einen neuen Anlaufpunkt. Dann nämlich zieht frischer Wind ins Brauquartier. Dort nämlich – zwischen Discounter und Kettenbäckern – will Sandra Neumeier (s. Foto) Mitte Mai in der ehemaligen Haspa-Filiale an der Hopfenstraße ihren veganen Supermarkt „Twelve Monkeys“ eröffnen. Vegankrams auf rund 70 Quadratmetern.

 

„Alle unsere Produkte sind zu 100 Prozent vegan“, verspricht die 24-Jährige, die sich seit rund sechs Jahren vegan ernährt und zuvor in einem Bioladen gearbeitet hat. Von Süßkram über Käseaufschnitt bis hin zu Tiernahrung, Kondomen und Textilien ist alles dabei. Wert legt man dabei vor allem auch auf biologisch hergestellte und fair gehandelte Produkte. „Wir wollen mit unserem Angebot den kompletten Bedarf abdecken und natürlich so viel Bio wie nur möglich anbieten. Leider ist aber nicht alles, was vegan ist, auch immer biologisch hergestellt.“

Darüber hinaus soll ein Teil der Ware auch verpackungsfrei erhältlich sein, d.h. Kunden bringen ihre Flaschen und Tupperboxen im besten Fall von Zuhause mit und können sich vor Ort eine bestimmte Menge verschiedener Produkte direkt abfüllen. Ein Konzept, das bereits in anderen Städten wie Berlin oder Kiel mehr oder weniger erfolgreich probiert wurde. „Wir sehen jeden Tag, welche dramatischen Folgen insbesondere Plastikverpackungen für die Umwelt haben“, begründet Sandra ihre Entscheidung. Immerhin produziert heute schon jeder Deutsche pro Jahr mehr als 600 Kilogramm Müll.

„Verpackungsfrei einkaufen bedeutet, dass wesentlich weniger Lebensmittel weggeschmissen werden, da sich jeder genau die Menge abfüllen kann, die er benötigt.“ Dabei muss sie sich jedoch hauptsächlich auf Trockenware wie Reis, Nudeln oder Trockenfrüchte beschränken, aber auch Öle oder Kosmetikprodukte sollen ohne Einwegverpackung angeboten werden. „Bei anderen flüssigen oder gekühlten Produkten wird das schwierig, da die gesetzlichen Bestimmungen sehr strikt sind.“

Veganer Supermarkt

So soll der neue vegane Supermarkt am Ende aussehen (Fotomontage von Sandra Neumeier)

Um weitere Aufklärungsarbeit zu leisten, soll es neben einer integrierten Probierecke auch eine Infoecke geben, an der sich Kunden und Interessierte über Veranstaltungen oder Neuigkeiten zu veganen und politischen Themen informieren können. „Montags gibt es immer einen Spendentag“, sagt Sandra, die seit langem in der Tierrechtsbewegung aktiv ist. Ab einem bestimmten Einkaufswert fließt dann ein Teil in soziale und politische Initiativen aus Hamburg, wie Lampedusa in Hamburg, das Medibüro Hamburg oder die Gruppe „LPT-Schließen“.

„Jeder kann beim Einkaufen die Welt ein kleines bisschen verändern“, sagt Sandra und fügt hoffnungsvoll hinzu: „Wir sehen bereits jetzt, dass je mehr Menschen sich intensiv mit ihrer Ernährung und ihrer Lebensweise beschäftigen, sich erste, wenn auch nur sehr kleine Veränderungen einstellen.“ Und vielleicht, so ihre Hoffnung, machen viele „kleine bisschen“ ja auch irgendwann ein Großes.

 

Kommentare


  1. Das klingt sehr interessant und besonders gut gefällt mir die Option verpackungsfrei einkaufen zu können. Diese Möglichkeit sollten Einzelhändler generell stärker berücksichtigen. Ich finde, das Bewusstsein ist auch schon da!

    Viel Erfolg mit dem Supermarkt!

  2. Ich freu mich schon riesig auf die Eröffnung! Bei so einem Konzept kann es ja nur ein Erfolg werden.
    Ganz liebe Grüße,
    Saskia

  3. Verpackungsfrei finde ich am spannendsten, das gibt es bisher kaum..( da liegt zukunft ) regoinale Lebensmittel wären fein…Auf alle Fälle viel Erfolg und mutig find ich gut…bis dann !! ( Nachbar )

  4. Klasse !
    Ich wünsche viel Erfolg bei diesem Konzept, dass sich hoffentlich gegen den allwärtigen Supermarkt-Wahnsinn durchsetzen kann.
    Hege allerdings große Hoffnung, da es immer mehr aufgeklärte Menschen gibt, die sich dem Einheitsbrei entziehen.
    Vegane Grüße aus dem Westen des Landes

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