Tageslicht / Donnerstag, 14.05.2015

St. Paulis Mampfbudenplatz

 
 

Ein Stadtteil entdeckt Essen auf Rädern: Auch beim zweiten Straßenmampf finden die Food Trucks auf dem Spielbudenplatz großen Zuspruch.

MampfEs duftet nach frisch gebratenem Hack, nach süßen Crêpes und herzhafter Suppe, Tische und Bänke zwischen den Trucks sind trotz des kühlen Wetters voll besetzt. Ein guter Start für den ersten Food-Truck-Donnerstag. Ab jetzt findet der „St. Pauli Straßenmampf“ wöchentlich immer donnerstags (17 bis 23 Uhr). Das Ganze firmiert auch unter Streetfood Session – aber Straßenmampf dürfte sich wohl durchsetzen.

Beim Food Truck Festival drängten sich bei sonnigen 18 Grad tausende Besucher zwischen den Trucks (Foto: 9.5.2015)

Beim Food Truck Festival drängten sich bei sonnigen 18 Grad tausende Besucher zwischen den Trucks (Foto: 9.5.2015)

Jochen Bohnsack von der Spielbudenplatz-Betreibergesellschaft, die den Straßenmampf veranstaltet, ist mehr als zufrieden. Zwar möchte er von diesem Donnerstag – weil Vatertag – noch nicht auf die künftigen schließen: „Für eine Prognose ist es zu früh. Aber wir machen uns keine Sorgen.“ Schon die Premiere während des Hafengeburtstags war „ein überwältigender Erfolg“, sagt er, „damit hatten wir so nicht gerechnet.“

Schlange vor den "Burger Jungs": Die Gäste brachten Geduld mit, der letzte hielt das Schild hoch

Schlange vor den „Burger Jungs“: Die Gäste brachten Geduld mit, der letzte hielt das Schild hoch

Am vorigen Wochenende besuchten Tausende das Food Truck Festival, standen mit unfassbarer Gelassenheit in langen Schlangen für Pfannkuchen und Burritos an oder chillten auf der Bühne mit dem Stand des Cider-Herstellers Somersby. Zum Publikum gehörten nicht nur die typischen Hafengeburtstags-Besucher, sondern auch viel eher alternatives Volk. Von den 40 Trucks waren etliche schon gegen 18 Uhr ausverkauft.

"Gutes drauf":  Angelika Seydel kommt mit dem Truck aus Berlin und bietet z.B. „Blini-Burger“ vorstellen: Linsenkaviar, eine leicht scharfe Salsa, Salat und saure Sahne

„Gutes drauf“: Angelika Seydel kam zum Food Truck Festival aus Berlin. Ihre „Blini-Burger“ (Linsenkaviar, eine leicht scharfe Salsa, Salat und saure Sahne) und gefüllten Bio-Pfannkuchen waren schon am Nachmittag ausverkauft

Diesmal sind die Schlangen nicht so lang, aber der Platz füllt sich ab 17 Uhr sehr schnell. Wie auch an den folgenden Donnerstagen sind es nur 15 Trucks – die Anbieter aus Hamburg und der Region wechseln sich wöchentlich nach dem Rotationsbetrieb ab. Wer jeweils beteiligt ist, wird vorab auf der Straßenmampf-Website oder auf Facebook veröffentlicht.

Vor dem Meatwagen stehen am Vatertag nicht nur Väter an

Vor dem „Meatwagen“ stehen am Vatertag nicht nur Väter an

Mittwochs Nachtmarkt, donnerstags Straßenmampf – wird beides auf Dauer genügend Besucher anziehen? Bohnsack ist zuversichtlich: „Der Nachtmarkt hat sich in mittlerweile acht Jahren gut etabliert, als Wochenmarkt zur Nahversorgung und als After-Work-Treffpunkt der Leute, die in der Umgebung arbeiten.“ Die Nachtmarkt-Besucher kommen überwiegend aus dem Stadtteil. Der St. Pauli Straßenmampf hingegen könnte als Hamburgs größter Straßenküchenmarkt auch Besucher aus anderen Stadtteilen anziehen, erhoffen sich die Veranstalter.

 Julia Karbowski von "Pani Smak" aus Hamburg bietet typisch polnische Köstlichkeiten

Julia Karbowski von „Pani Smak“ aus Hamburg bietet typisch polnische Köstlichkeiten

„Unser Ziel ist es, die Wochentage auf St. Pauli zu stärken“, sagt Bohnsack. „Am Wochenende brummt es – unter der Woche ist es leer. Das wollen wir ändern.“ Mehr als 15 Food Trucks sollen es zunächst aber nicht werden: „Die Händler müssen zurechtkommen. Hauptsache ist, dass es funktioniert.“ Das nächste Food Truck Festival mit mehr Anbietern auch aus anderen Teilen Deutschlands ist für den Herbst geplant – vom 11. bis 13. September.

 

Kommentare


  1. Was ich vor vielen Jahren vorausgesagt habe, ist fast eingetreten! St.Pauli mit Events komplett zuschütten! Es fehlten nur die 3 Tage, Mo,Di und Donnerstag, wobei es Do. Abends eigentlich auch schon los ging. Jetzt sind nur noch Mo und Dienstag übrig, aber da werden sich gierige Nimmersatte wie Bohnsack und die ebenso gierige IG bestimmt etwas einfallen lassen! Und der Bezirksamtsleiter Herr Grote? Der feiert ja selbst wahnsinnig gern! Danach zieht er sich in seine neue, ruhige, von seinem Vorgänger Schreiber zugeschanzte Hinterhof Wohnung in der Bleicherstraße zurück. Filz oder, was interessiert mich Lärm…..

  2. Leider fehlen auch die anderen Tage nicht mehr… klar, ist zwar nicht Spielbudenplatz, aber ich sag nur Sommersalon. Der gibt auch schon gern mal am Sonntagabend ein kleines Konzert – und zwar VOR seiner Tür. Egal, Hauptsache der Rubel rollt. St.Pauli f*cking Disneyland!

  3. Essen..essen..essen !! Die wandlung der reeperbahn geht in riesenschritten voran. Aus der einstigen leicht verruchten rotlicht und partymeile wird zusehends eine kiosk und fressmeile. Gerne erinnere ich mich noch an die entspannten siebziger jahre und den kleinen buden auf den spielbudenplatz. Nur die dealer in den 70er jahren dort , haben schon damals (zwischen den buden ) ein wenig gestört. Eigentlich wird es höchste zeit den platz wieder zuzubauen , sonst wird das ganze wohl doch noch , so etwas , wie ein wöchentlich durchgehendes alstervergnügen. 🙂 Die einst so sündige meile muß ja nicht mehr rocken. Die gesamte reeperbahn plus ihrer seitenstraßen verkommt zur einer einzigen marketing konserve. „Ohne IMAGE“ Das was st.pauli ist oder war ,hat schon lange seinen reiz verloren.Denn es ist langweilig, ja fast schon einsam geworden hier zu leben. Hauptsache der tourismus boomt .Inklusive müll allerorts für uns anwohner. Aber an uns denkt ja eh niemand mehr.

    • Die Stadt/der Senat, egal wer an der Regierung ist, hat St.Pauli längst aufgegeben und an die Wirtschaft abgegeben! Auf die Steuereinnahmen will man nicht mehr verzichten! Die Geschäftswelt beißt sich allerdings selbst in den A…ch, denn durch das permanente „Aufhübschen“ des Viertels steigen logischerweise auch die Mieten und ob das biertrinkende Wandervolk das ausgleichen kann, bezweifle ich sehr! Siehe Gosch! Wenn es eines Tages „vorbei“ ist, dann beschwert euch bei der IG, der Interessengemeinschaft Hafenmeile und Spielbudenplatz! Bloß nicht beim Bezirksamtsleiter A. Grote, der ist nämlich auch Mitglied in diesem Gentrifizierungs Verein!

  4. Ich sehe das anders:
    Das ist und war immer ein Vergnügunsviertel und es ging immer ums Geld verdienen..als die Flachbauten standen,haben auch „alle“ gelästert.
    diese Art von Veranstaltungen finde ich gut und richtig. Klein und fein !

    • Vergnügungsviertel? Was dient in St.Pauli heute noch dem Vergnügen? Der Dom ist Vergnügen! Die Reeperbahn links runter, die „Tanzenden Türme“ Schicki Micki fressen und saufen. Mojo na ja. Dann Panoptikum, da geht nachts kaum jemand rein, ist dann ohnehin geschlossen. Es folgt 200m weiter Schmidt und Tivoli, dann St. Pauli Theater und Davidwache. Dann Fressbude an Fressbude durchbrochen von Schuh und Klamottenläden, Krimskrams und Lidl. Vorher noch Pulverfass.
      Rechte Seite hoch Reinigung, permanent wechselnde Geschäfte, Gemischtwaren, Spielhalle, Abzock Nachtlokale, Bordell.Reisebüro, Penny, Spielkasino, Porno Shop, Table dance, Sparkasse, Wechselstube, Burger King, Hotel (Puff) Cafeteria, Bierschwemme, einige Hotels und abermals Fress und Saufbuden, und das wars! Vergnügen? Von welcher Stadt- oder dem Stadtteil träumen Sie Herr Arno (Arn e Platzbecker?

  5. Pingback: Braucht St. Pauli seine Kiez-Bühnen? - St.Pauli-News

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