Tageslicht / Samstag, 19.12.2015

Mit Knolle und Würfel ins „Heimspiel“

 
 

You’ll never play alone: St. Pauli kann auch mit Würfeln gewinnen. Zwei FCSP-Fans dachten sich das „Heimspiel“ mit 1910 Fragen aus.

Die Idee kam Max Barros und Jonas Blecher im Bus – bei einer Auswärtsfahrt nach Paderborn. „Wir haben uns gegenseitig Fragen über den Verein gestellt und sie dann auf Papierdeckel geschrieben“, sagt Max Barros. So entstand der Plan, aus den Fragen ein ganzes Spiel zu machen. Max, 30, hat gerade seinen Master in Internationale Politikwissenschaft gemacht, Jonas arbeitet zur Zeit auf einem Weihnachtsmarkt in Manchester (!). Beide wohnen nicht nur in einer WG zusammen, sondern sind auch seit vielen Jahren Dauerkartenbesitzer und St.-Pauli-Kenner.

Das Spielbrett und die Figuren gestaltete Zeichner Guido Schröter

Max Barros und Zeichner Guido Schröter im "Jolly Roger"

Max Barros und Zeichner Guido Schröter im „Jolly Roger“

Drei Jahre bastelten Max und Jonas an dem Projekt. Jetzt ist das Quiz fix und fertig und pünktlich vor Weihnachten in einer Erstauflage von 2000 Stück auf dem Markt. „Wir haben uns alles selber ausgedacht, nicht nur die insgesamt 1910 Fragen, sondern auch die Bierflaschen als Spielsteine“, sagt Max. Zeichner Guido Schröter hat liebevoll das Spielbrett als Millerntorstadion und die Figuren auf den Spielfeldern ausgearbeitet. Und das Gute: Der Erlös aus dem Spiel fließt in den Aufbau des künftigen 1910-Museum für den FC St. Pauli und in Vereins-Projekte für Kinder.

Max Barros überreichtedas "Heimspiel" auch an Thomas Meggle und Ewald Lienen - zum Einjährigen als Sportchef bzw Trainer (Foto: FCSP Medien)

Max Barros überreichte das „Heimspiel“ auch an Thomas Meggle und Ewald Lienen – zum Einjährigen als Sportchef bzw Trainer (Foto: FCSP Medien)

In zahlreichen Testspielen „mit ganz verschiedenen Leuten“ wurde bereits ausprobiert, ob das Quiz funktioniert. Am Dienstag Abend konnten St.Pauli-Fans im „Jolly Roger“ das noch einmal nachprüfen. „Heimspiel“ ist nicht nur was für Hardcore-Fußball-Fans: „Uns kam es darauf an, dass alle zusammen spielen können: Leute, die an St. Pauli das soziale und kulturelle Engagement mögen, Fußball-Fans, Bands und viele andere aus dem Stadtteil“, sagt Max. Deshalb gibt es Fragen in verschiedenen Wissens-Kategorien: Verein, Fanszene, Viertel, Geschichte (des Vereins) sowie Spieler&Trainer. Damit auch Kinder mitspielen können, sind die Fragen in drei verschiedene Schwierigkeitsgrade unterteilt.

„Wer trug den Spitznamen Felgen-Ralle?“

Das Spielbrett

Das Spielbrett

In der Kategorie „Viertel“ müssen die Spieler zum Beispiel beantworten, wer die Rote Flora kaufte und zum Kulturzentrum ausbauen wollte (Schill? Kretzschmer?…) oder wie der Film heißt, in dem Hans Albers die heutige Stadionhymne singt. In der Kategorie „Verein“ sollte man den Namen der Stadionzeitung wissen oder wie viele Mitglieder die Beachvolleyball-Abteilung des FC St. Pauli hat. Unter „Fanszene“ könnten auch Insider ins Schwitzen kommen, etwa bei der Frage: Welcher TV-Komiker hat eine Lebens-Dauerkarte? Unter „Spieler&Trainer“ lässt sich allerdings mit lexikalischem Vereinswissen prunken, zum Beispiel „Wer trug den Spitznamen Felgen-Ralle?“ oder „Mit wie vielen Bieren feierte Walter Frosch den Bundesliga-Aufstieg 1977?“

So funktioniert das Spiel

Heimspiel_Plakat

Das Plakat zum Spiel

Das Spielbrett erinnert an Trivial Pursuit. Nur dass man bei „Heimspiel“ seine Spielsteine erfolgreich verspielt, bis man keine mehr hat (bei Trivial Pursuit ist es umgekehrt, da erwirbt man die Spielsteine erst im Spielverlauf). In jedem Spiel können zwei bis fünf Spieler oder noch besser Teams gegeneinander antreten. Jeder Spieler wählt eine Farbe und bestückt seinen Bierkasten mit sechs kleinen Astra-Knollen in allen Farben der fünf Wissens-Kategorien. Die Fragen-Karten liegen in der Mitte vom Millerntor. Durch Würfeln bewegt man sich nun auf die Spielfelder, die farbig den Wissens-Kategorien zugeordnet sind (blaue Spielfelder fehlen natürlich – HSV!).

Je nachdem, auf welchem Farben-Spielfeld man landet, muss man eine Frage der betreffenden Kategorie beantworten (z.B. Rot: Fanszene, Braun: Verein, Grau: Geschichte usw). Außerdem gibt es „Haupttreffpunkte“, auf denen man mit einer richtigen Antwort eine Bierflasche „austrinken“ darf. Wer alle Flaschen außer der gelben weggesoffen hat, muss eine letzte „Stadion-Frage“ bestehen und hat bei richtiger Antwort  gewonnen. Das Spiel ist in vielen Varianten denkbar – zum Beispiel auch mit richtigen Astra-Knollen…

„Heimspiel“ kostet 34,90 Euro und ist ab sofort erhältlich unter www.fcsp-heimspiel.de, in den FC St. Pauli-Fanshops Südtribüne und Reeperbahn und bei „Better Times“, Schulterblatt 104

 

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