Tageslicht / Samstag, 30.04.2016

In eigener Sache: Hello, Goodbye

 
 

Der St. Pauli Blog macht eine Zwangspause. Doch so schnell wollen wir nicht aufgeben: Wir sind auch weiterhin für euch erreichbar.

Liebe alle,

vor mehr als zwei Jahren haben wir am 1. April 2014 unsere ersten Texte auf diesem Blog veröffentlicht. Seither ist kein Tag vergangen, an dem wir nicht mindestens eine Geschichte veröffentlicht haben – knapp 950 Beiträge sind es bis heute. Ausführliche Reportagen und Porträts, kleine Randgeschichten, Meldungen und persönliche Impressionen, in Texten, Bildern und Videos. Jeder Artikel wie ein Puzzleteil unter vielen, die zusammen den Zustand, das Gefühl und die Menschen dieses in unseren Augen nach wie vor einzigartigen Viertels zu beschreiben versuchen.

Dieses Puzzle ist ein work-in-progress, jeden Tag kommen neue Teile hinzu. Genau das macht die Arbeit für diesen Blog so spannend und abwechslungsreich. Für uns ist der St. Pauli Blog mehr als nur ein Job, den wir immer nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen versucht haben – auch wenn wir die Beurteilung, ob wir dem immer und überall gerecht geworden sind, lieber anderen überlassen. Der Blog ist längst zu einem Teil unseres Lebens geworden, eine Passion, für die wir brennen und für die wir uns gerne auch mal die Nächte um die Ohren schlagen – ganz egal ob Demo, Stadtteilversammlung, Tresen oder Bordell.

Viele von euch haben uns in den vergangenen beiden Jahren stets begleitet und uns bei dieser Arbeit unterstützt. Vor allem durch tägliche Kontakte zu den Leuten im Viertel, unseren Lesern, haben wir uns in den vergangenen knapp zwei Jahren Vertrauen erarbeitet und ein weitläufiges Netzwerk aufgebaut, von dem wir und damit auch unsere Geschichten jeden Tag profitieren. Für dieses Vertrauen, das ihr uns persönlich und dem Projekt St. Pauli Blog entgegen gebracht habt, wollen wir uns bei euch bedanken.

Wir bedauern, dass das Hamburger Abendblatt das Projekt St. Pauli Blog derzeit nicht weiterführen will. Publizistisch gesehen ist das Projekt ein großer Erfolg, darin sind sich alle einig. Stetig steigende Leserzahlen sprechen für sich. Aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch der Blog – wie viele journalistische Onlineprojekte – Schwierigkeiten hat, sich zu finanzieren. Die Suche nach einer tragfähigen Vermarktung wirkt manchmal wie „Warten auf Godot“…

Ist es ein Abschied für immer? Wir wissen es nicht. Derzeit diskutieren wir verschiedene Mittel und Wege, um den St. Pauli Blog in irgendeiner Form auch weiterhin fortführen zu können. Wir hoffen, dass dieses Kapitel noch nicht zu Ende ist und freuen uns daher über eure Unterstützung und eure Ideen. Je mehr wir das Gefühl haben, dass dieser Blog für das Viertel und unsere Leser eine Bedeutung hat, desto selbstbewusster können wir nach Wegen suchen. Über die E-Mail-Adresse unseres Blogs (stpauli.news@yahoo.de) könnt ihr uns weiterhin erreichen.

Zwar werden vorerst keine weiteren Artikel auf dieser Seite erscheinen, wir bleiben dennoch „im Dienst“. Auf unserer neuen Facebook-Seite wollen wir auch weiterhin im Kontakt mit euch bleiben und versuchen, euch regelmäßig über Neuigkeiten aus dem Stadtteil zu informieren. Und natürlich wird auch Viktor, dessen Kolumne „Eingangs erwähnt“ von den Fans geliebt wird, hin und wieder die eine andere Anekdote raushauen. Also bleibt uns treu, diskutiert mit uns und reicht gerne eigene Ideen und Themenvorschläge an uns weiter. Die bisherigen Kontaktdaten bleiben selbstverständlich aktuell.

Walk on!

Daniel Schaefer         Irene Jung
Matthias Kahrs         Viktor Hacker

 

Kommentare


  1. Wenn die Reichweite hoch genug ist, sollten IN St. Pauli ansässige Unternehmer überzeugt werden, Werbung zu schalten und Werbung im Schaufenste/am Tresen azszuhängen, um die jeweilige Reichweite zu erhöhen.
    Mehr Miteinander wagen.

    • Das wäre unklug, kein seriöser Journalist kann es sich leisten von Leuten abhängig zu sein. Wie stellen Sie sich das vor, erst Geld für Anzeigen kassieren und danach kann man keine negativen Kommentare über die/den Unterstützer zulassen! Der St.Pauli Bürgerverein ging bei der „Bayrischen Hausbau diesen Weg“ und, hat der Verein je kritisch über die Hausbau berichtet? Na also!

  2. Lieber Daniel, liebe Irene, lieber Matthias und lieber Viktor!

    Ich danke euch für eure tollen Geschichten rund um den Kiez. Teils ernst, teils dokumentarisch, teils sehr unterhaltsam (auch die Kommentare zu bestimmten Themen) und immer informativ – für mich gehörte der St.Pauli-Blog neben anderen großen überregionalen Tageszeitungen (zwischen 12-15 Stück) zur täglichen Standardlektüre, da ich hier lebe und arbeite.
    Ich wünsche euch weiterhin ein glückliches Händchen bei der Schreibarbeit und ein gutes Gespür für die nächste spannende Geschichte.
    Ich würde mich freuen, wenn es irgendwann hier weitergeht.

    Tschüss, sagt eine aufmerksame und dankbare Leserin

  3. Liebe Irene, lieber Daniel, lieber Matthias, lieber Viktor,
    es tut mir sehr leid zu lesen, dass dieser Blog jetzt erst einmal die Türen schliessen muss – ich bin täglich auf Eurer Seite gewesen und habe Eure Artikel mit grossem Interesse verfolgt. Ich hoffe, dass es eine Möglichkeit gibt, dieses tolle Instrument weiter zu führen, denn gerade der Zugang aller zu diesem Blog hat ihn so interessant und vielfältig gemacht. Ich freue mich, hoffentlich bald wieder etwas von Euch an dieser Stelle zu lesen. Bis dahin, vielen Dank für all die Informationen in den vergangenen Jahren und auf jeden Fall — Walk on!

  4. Leudde! Das könnt ihr nicht machen! Echt nich‘! Neeee!

    Aber ihr macht das ja auch nicht, ihr macht ja weiter, wenigstens im Farcebook. Hurra!

    Danke, danke, danke für alle eure Artikel bis heute! Das waren mal wirklich Berichte aus’m Viertel, ehrlich, echt, vertrauenswürdig! Und immer persönlich und von mittendrin. <3

    Vermiss euch jetzt schon.

    Liebe Grüße von der Reeperbahn,

    Andrea

  5. Schade, dass auch eine große Zeitung wie das Abendblatt nicht bereit ist, so ein Projekt über die Testphase hinaus zu betreiben. Während man ohne Verlag im Rücken gestartete Projekte wie uns und die Kollegen seitens des Abendblatts abwechselnd kleingeredet oder als Anreiz (für etwas wie das St. Pauli Blog) betitelt hat. Wäre die ENtscheidung auch so ausgefallen, wenn einige der Hyperlokalen Kollegen derzeit noch aktiver sein könnten? Oder lehnt man sich jetzt wieder zurück? Das wäre sehr schade. Ich weiß nicht ob wirklich versucht wurde, dieses Blog eigenständig zu vermarkten oder ob es eher darum ging, „auch etwas hyperlokales“ zu machen, quasi aus verlagspolitischer Sicht.

    Hamburg hat viele Medien mit verschiedenen Ansätzen und verschedenem Fokus verdient und es wäre falsch, gerade in Zeiten von „Lügepresse“-Rufen nur auf die Wirtschaftlichkeit zu achten. Denn dann graben wir Journalisten unser eigenes Grab. Gut DIng will Weile haben!

  6. Auch ich finde es Schade , das dieser Blog stillgelegt wird .
    Obwohl ich aussem Ruhrpott komme ist St.Pauli für mich immer interessant .
    Bin zwar meistens als Tourist dort ( aber keiner von den gröhlenden besoffenen partymachenden Wildpinklern ) sondern geniesse eher das Flair , welches dieser Stadtteil zu bieten hat .
    Daher waren die News für mich immer schön zu lesen .
    Mein Dankeschön an das komplette Team , besonders an Viktor Hacker . Seine Türgeschichten haben mir jeden Sonntag zu einem schmunzeln verholfen .
    Ich hoffe , ich lerne ihn mal persönlich kennen , wenn ich mal wieder bei euch bin .
    Beim Hafengeburtstag bin ich wieder dabei .
    Gruß aus Bochum
    Glück auf
    Olli

  7. Ich bin Erschüttert über das was ich hier lesen muss!
    Die News gehören zu meinem täglichen Leseprogramm und ich habe mich immer recht gut und fair Informiert gefühlt.
    Ihr habt sehr viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt, das konnte man merken und dafür sage ich Herzlichen Dank. Hoffentlich wird es eine Möglichkeit geben das ganze weiterzuführen.
    Eine Bitte habe ich, es wäre schön wenn man Euren Block auf Facebook auch als Nichtmitglied uneingeschränkt lesen kann. Solange, wie es hier hoffentlich weiter geht.

    Viele Grüße und Kraft sendet Euch,

    Hans G.

  8. Bis hierher schon mal vielen Dank an Euch!

    Ich hoffe allerdings auf eine Weiterführung dieses Projekts. Wir brauchen Euch!

  9. Das ist ja Schade 😩
    Ihr habt immer alles so interessant geschrieben. So wie St. Pauli halt war und ist.
    Und wieder fehlt ein Teil vom Kiez

  10. Bedauerliche Kommentare reichen nicht.Wie ist es denn,wenn das über „mitgliedsbeiträge“finanziert würde ?…was muß denn „reinkommen“..??

    • Schwierige Frage: Das hängt zum einen davon ab, wie viele Mitarbeiter weiterhin in Vollzeit für den Blog arbeiten sollen, sprich davon leben müssen, um weiterhin eine hohe Qualität der Berichterstattung zu gewährleisten. Zum anderen ist es davon abhängig, wie viele Menschen bereit sind, das Projekt auch finanziell z.B. durch „Mitgliedsbeiträge“ zu unterstützen. Je mehr, umso niedriger am Ende der Betrag pro Nase.

      Eine konkrete Summe zu nennen ist aus den oben genannten Gründen schwierig, aber ich sag mal so: 2000 Euro/Monat wären eine erste Orientierung. Bei mehr Einnahmen, können natürlich auch mehr Artikel erscheinen. Bei weniger Einnahmen, werden es weniger Inhalte; je nachdem eben, wie viel man woanders noch arbeiten müsste, um am Ende über die Runden zu kommen.

        • Crazy, das ist gut gemeint, aber letztendlich unannehmbar und du weist das! Du bist ein integrer Geschäftsmann, man würde dir und anderen Unternehmern Vorteilnahme vorwerfen. (Bestechung, Filz?) Spenden- oder Unterstützung/Überbrückung können, kann nur von Privatleuten kommen. Wie schon Meister Zint vorschlug, zusammensetzen und überlegen. Der Bürgerverein sollte dabei aber möglichst keine große Rolle spielen, denn dann würde sich die Katze in den Schwanz beißen und schließlich muss man gerade einen solchen Verein weiterhin kritisch begleiten können.

  11. bedauerlich, dass es oft „nur“ um die Finanzierbarkeit geht. Bei einem selbständig betriebenen Blog könnte ich das verstehen, bei einer Geschichte wo ein so großes Medium wie das Abendblatt mitmischt eher nicht.

    Es war eine Freude hier regelmäßig die News aus dem Viertel zu bekommen und gute Beiträge aus verschiedenen Bereichen St. Paulis lesen zu können!

    Danke und wir sehen uns erst mal auf FB

  12. Hallo Ihr Lieben
    Endlich mal ein Lichtblick im Hamburger Medieneinerlei und das soll vorbei sein. Das darf nicht wahr sein. Ich werde eine Redaktionskonferenz im Sankt Pauli Museum vorschlagen. Nur nicht aufgeben……

  13. Ahoi Leute,

    das wäre echt schade … Lasst euch nicht unterkriegen und schön, dass ihr erstmal auch ohne Verlagsunterstützung weitermachen wollt (meinethalben auf Facebook). Ihr schließt eine Informationslücke in einem der weltweit angesagtesten Quartiere! In der bisherigen Konstellation war es nicht eure Angelegenheit dafür zu sorgen, dass die Website durch Anzeigen refinanziert wird sondern – m. E. – ganz klar eine Marketingaufgabe. Jedenfalls bin ich – obwohl oder gerade weil es um St. Pauli geht – unbedingt für den Erhalt der Blog-Jobs neben all den Blow-Jobs!

    Beste Grüße aus dem NW von HH!

    • Hi Christian,

      damit meine ich Werbung schalten als Einnahmequelle – ich finde, Clubs, Pubs etc. gibt’s auf dem Kiez doch mehr als genug, die ein Interesse daran haben, dass man/frau auf sie aufmerksam wird …

  14. @Sümpartysand. Nicht durchführbar, dann könnte der Blog eventuelle Kritik gegen die Inserenten bei Fehlleistungen nicht mehr freischalten! Wer bucht Anzeigen wenn er angegriffen wird?

  15. Nur durch euren blog konnte ich sachen und geschichten erfahren , die sonst nirgendwo wirklich zur debatte standen oder zu lesen waren. Bitte versucht weiterhin das hamburger abendblatt zu überzeugen das eure arbeit gute informationpolitik ist. Versucht bitte soweit es geht zu bleiben. Ich habe kein facebook . Danke für die eure gute arbeit hier. Liebe grüße Nicky.

  16. Das ist aber wirklich sehr sehr schade! Aus wirtschaftlicher Sicht bestimmt nachvollziehbar (Finanzierung von redaktionellen Onlineangeboten ist und bleibt ein schwieriges Pflaster), für mich als St. Paulianer dennoch ein äußerst herber Verlust! Trotzdem an dieser Stelle schon einmal herzlichen Dank für Euer Engagement der letzten Jahre – in der Hoffnung, Euch auch weiterhin (irgendwo anders) lesen zu dürfen. BTW, falls noch nicht geschehen: Denkt doch evtl mal über ein Crowdfunding-Projekt nach für eine erste Anschubfinanzierung. Unterstützer finden sich da doch sicherlich. Toi toi toi und: Tschüß!

  17. Sehr sehr schade. Habe Euren Blog immer gerne gelesen. Als ich noch nicht in Hamburg wohnte,war er immer meine regelmäßige Verbindung..
    Ich hoffe die Abendblatt Leitung ueberlegt es sich noch bzw dass sich andere Finanzierungsmoeichkeiten finden.
    Danke fuer Eure Arbeit die letzten Jahre!

  18. Es tut mir leid, dass der St.Pauli-Blog nicht weiter geht. Habe ich gern gelesen, die Berichterstattung war professionell und sehr nah am Leben auf Pauli. Und für das Abenblatt eine wirklich innovative Idee! Es erinnert mich an die Diskussionen bei anderen Zeitungen, in welchen ‚Spartenideen‘ aus finanziellen Gründen wieder fallen gelassen werden, obwohl man sich gerade damit von anderen abhebt.

  19. Pingback: Hyperlokale Blogs in Hamburg: Einblicke in den Wandel vom Hype zum Untergang - BASIC thinking

  20. Pingback: Wenn Medien und Fahrräder verschwinden - Speersort 1 - ZEIT ONLINE

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *



Aktion soll zeigen: Pudel und Park Fiction gehören eng zusammen. Künstler unterstützen Forderungen nach Erhalt dieser Einheit am Hafen. ... weiterlesen

Autor Robert Brack schreibt nicht nur am Pinnasberg, sein neuer Krimi handelt auch von der unmittelbaren Umgebung – allerdings im Jahr 1920.  ... weiterlesen

Update: Beim ersten Einsatz der neu gegründeten Einheit zur Bekämpfung der Dealerszene wurden vier Männer vorläufig festgenommen. ... weiterlesen

Wordpress | Impressum | Datenschutz