Tageslicht / Samstag, 07.03.2015

Harbor Girls: Sieg war leider nicht drin

 
 

St. Paulis Roller Girls zeigten sich kampfstark – aber die Finninnen aus Turku könnten sogar Elche stoppen.

Schon beim Spiel der B-Teams zeigt sich: Die Dirty River Roller Grrrls B aus Åbo (Turku) in türkisen Trikots sind pfeilschnell und sprintstark. Ihren Jammerinnen, vor allem Ullan Alla und Holy Seitan (!), gelingt es immer wieder, sich sofort vom Pack zu lösen.

Sea Gals vs DRRG Turku B - ie Finninnen blocken wie die Weltmeister

Sea Gals vs DRRG Turku B – die Finninnen blocken wie die Weltmeister

Auch die Sea Gals (B-Team der Harbor Girls) schicken mit Birdy McBoom, Soo-fies und Rough Rudie starke Jammerinnen ins Feld, die ganz zu Anfang an einen Vorsprung rausholen. Leider nicht von Dauer: Nach einem 14:14 holen die Finninnen auf und bauen ihren Vorsprung dann zielstrebig aus. Das liegt nicht zuletzt an Turkus Blockerinnen, an denen eine eher schmale und zart gebaute Jammerin wie Melee Autumn kaum vorbeikommt. Jam 10 endet bereits mit 73:121.

Das besonders zahlreich erschienene Publikum ist ein bisschen ruhiger als bei früheren Spielen. Um Fan-Nachwuchs muss sich offenbar auch keiner Sorgen machen: Ein kleiner Junge namens Jo hat eine eigene Fahne für die Hamburgerinnen gemalt und darf mit den großen Fahnenschwenkern um die Halle rennen. Nützt in diesem Fall aber nichts: Das Spiel Sea Gals vs. Dirty River Roller Grrrls B endet 130:161.

Zu den Fahnenschwenkern gehört diesmal auch Jo (Mitte) als Nachwuchskraft

Zu den Fahnenschwenkern gehört diesmal auch Jo (Mitte) als Nachwuchskraft

Dass es auch für die Harbor Girls A nicht einfach wird, ist abzusehen. Wahrscheinlich üben die Finninnen ganzjährig auf zugefrorenen Seen und blocken nebenbei Elche. Nichtsdestotrotz werfen sich Paulis Jammerinnen Miss Zoffi, Alex Attack und Holly Hellraiser unerschrocken gegen die gegnerische Wand. Allerdings müssen die Harbor-Blockerinnen erstmal realisieren, dass die finnischen Jammerinnen Matokisti und Forrest Cunt sich schon durchlaviert haben, bevor jemand „Huch“ sagen kann… Bei Jam 13 steht es schon 30:72, und an Aufholen ist kaum noch zu denken.

Miss Zoffie tut ihr Bestes gegen die Blockerinnen

Miss Zoffie tut ihr Bestes gegen die Blockerinnen

Auffallend kurz geraten die Jams – hauptsächlich aus taktischen Gründen. Und auffällig viele Jammerinnen fliegen auf die Strafbank. „Viel Kampf und wenig Eleganz“, kommentiert ein Fan. Die Spiel-Moderatorinnen versuchen, die Fans mit dem Hinweis „Morgen ist internationaler Frauentag“ aufzumuntern, aber morgen ist leider nicht heute… Dass die Harbor Girls trotz des wachsenden Abstands auch nach der Halbzeit Stehvermögen zeigen und etliche 5-Punkt-Gewinne holen, verdanken sie vor alle Miss Zoffi und Holly Hellraiser. Schade, Endstand ist 140:208.

Due Finninnen werden veranschiedet - mit ihrem Coach in pink geblümten Leggings

Due Finninnen werden veranschiedet – mit ihrem Coach in pink geblümten Leggings

Die Harbor-Jammerinnen hätten einen „irre anstrengenden“ Job gemacht, sagt Harbors Jeanne Dark anschließend. Auch deshalb sind etliche Jams aus taktischen Gründen abgecallt worden (so heißt das, wenn sich die führende Jammerin mit den Händen auf die Hüften schlägt – der Jam wird dann abgebrochen, damit die Gegner keine Punkte holen können). Für das Publikum sind solche kurzen Durchgänge nicht so schön, das möchte lieber noch einen Jam und noch einen und noch einen sehen.

Das traditionelle Abschlussfoto

Das traditionelle Abschlussfoto

Die Blockerinnen beider Teams hätten sich gegenseitig nichts genommen, meint Original Pirate. Die Harbor Girls seien allerdings geschwächt gewesen, weil ihnen eine Jammerin fehlte: Lotta Loveless hatte sich bei der WM einen Kreuzbandriss zugezogen und konnte nicht antreten. „Ja, die Finninnen waren stärker, die haben einfach Super-Jammerinnen“, muss auch Käthe Kaputto anerkennen. „Unsere Jammerinnen-Strafen vor der Halbzeit haben uns viel gekostet.“ Das war nicht mehr aufzuholen. „Wir hätten natürlich gerne mehr rausgeholt, aber wir weinen jetzt nicht.“

Roller Derby, nächster Bout: Im April treten die Harbor Girls A und B gegen One Love Roller Dolls All Stars aus Antwerpen an. 18.4., ab 16 Uhr, Sporthalle Christianeum, Otto-Ernst-Str. 34 (Othmarschen) Tickets VVK 6,50 Euro, AK 7,50 Euro

 

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