Tageslicht / Montag, 11.04.2016

Das Pudel-Clübchen mit neuem Gesicht

 
 

Mini-Pudel-Club ist am Wochenende eingeweiht worden. Das kleine Holzhaus ist ein Symbol für den Widerstand gegen jegliche Kommerzpläne.

Die Hütte hat ein freundliches Lächeln für alle, die von der Fußgängerbrücke Hafenstraße aus auf den Pudel Club schauen. Am Sonnabend wurde das kleine Holzhaus auf den Stufen des abgebrannten Pudel Clubs verankert, am Sonntag kamen zahlreiche Mitglieder der Pudel-Park-Fiction-Familie zum Anmalen und Einweihen des Mini-Pudel-Clubs – bei schönstem Frühlingswetter.

Verschiedene Künstler sollen sich in und an dem Häuschen verewigen

Der Schrank, in dem das Park-Fiction-Archiv untergebracht war, konnte nach dem Brand gerettet werden

Der Schrank, in dem das Park-Fiction-Archiv untergebracht war, konnte nach dem Brand gerettet werden

In Farbeimern stecken noch Pinsel, Christoph Schäfers Hose ist heimwerkermäßig bekleckst. Am Nachmittag haben die Aktivisten das Häuschen zusammen mit Kindern im Stil des befreundeten Hamburger Künstlers Stefan Marx angemalt, der überwiegend in Schwarzweiß arbeitet und u.a. auch Cover-Artworks für Pudel-Musik gestaltet hat. Schäfer kommt spontan eine Idee: „Warum sollen sich nicht regelmäßig neue Künstler hier verewigen?“ Der Mini-Pudel-Club könnte zur Kunst-Hütte werden – work in progress.

In dem rund sechs Quadratmeter großen Häuschen fehlen noch die Fenster, aber an der Rückwand steht schon der Schrank, in dem das Park-Fiction-Archiv untergebracht war. Bei den Löscharbeiten war das Archiv im Dachgeschoss des Pudel-Clubs völlig durchnässt worden. „Die Unterlagen sind zum Teil immer noch feucht und noch nicht wieder lesbar“, sagt Margit Czenki von der Initiative Park Fiction. Sie werden zur Zeit an verschiedenen Orten getrocknet. Auch der Schrank hat etwas gelitten und könnte durch Künstler gleich mit-verschönert werden.

Noch kein neuer Versteigerungstermin für den Pudel Club

Oben wird geplant - untern liegt wegen der Streitigkeiten immer noch der Brandmüll herum

Oben wird geplant – untern liegt wegen der Streitigkeiten immer noch der Brandmüll herum

„Wir sind noch lange nicht fertig und wollen den Mini-Pudel-Club ständig weiter verändern“, sagt Czenki. Die Idee zu dem Holzhäuschen ist gar nicht so neu. Sie sei schon entstanden, als vor zwei Jahren die erbitterten Auseinandersetzungen mit Wolf Richter ausbrachen, der im Obergeschoss des Pudel-Hauses das „Oberstübchen“ betrieb. Richter war es auch, der die Teilungsversteigerung erwirkte, bei der der Pudel demnächst unter den Hammer kommen soll. Der Termin am 24. April wurde nach dem Brand des Pudels verschoben worden, ein neuer steht immer noch nicht fest.

Richter habe sogar verhindern wollen, dass die Pudel-Betreiber nach dem Brand Stützkonstruktionen anbrachten und aufzuräumen begannen, sagt Czenki. Während der Arbeiten sei die Polizei gekommen. Allerdings ist ja nicht nur Richter, sondern auch Rocko Schamoni Besitzer des Hauses. Wie berichtet, ist das Pudel-Kollektiv über Richters Verhalten empört und besorgt.

Die freundlichste Drohkulisse im Viertel

Zur Zeit liegen um den alten Pudel Club immer noch Brandmüll und -reste herum. Die Pudel-Betreiber und die Initiative Park Fiction gehen davon aus, dass Richter das Haus selber ersteigern will, ganz für sich. Nach dem Brand muss der Wert der Immobilie aber erst neu bestimmt werden.

Deshalb soll der Mini-Pudel-Club ein Zeichen des Widerstands gegen jegliche Kommerzialisierungspläne sein. Äußerlich ist er die freundlichste Drohkulisse im Viertel. „Wir wollen hier regelmäßig Aktionen veranstalten“, sagt Czenki. Wie das kleine Holzhaus „bespielt“ werden soll, wollen die Aktivisten in der letzten Aprilwoche bekanntgeben.

 

Kommentare


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