Schlaglicht / Samstag, 16.04.2016

„Slime“ reagieren gelassen auf AfD-Antrag

 
 

Die Hamburger AfD will den Auftritt der Punkband „Slime“ auf dem Hafengeburtstag am 8. Mai verbieten. Die Band freut sich.

Weil sie die „Hitlieferanten der linksextremistischen Szene“ sein sollen, will die Hamburger AfD den Auftritt der Punkband Slime auf dem Hafengeburtstag verbieten. Das fordert die Partei in einem Antrag an die Bürgerschaft. Die Punker sollen am 8. Mai auf der „Jolly Roger“-Bühne auftreten.

Nach Auffassung der AfD ist die 1979 gegründete Hamburger Band selbst „extremistisch“ und fordere unter anderem zum gewaltsamen Widerstand gegen die Polizei auf. Dabei beziehen sich AfD-Fraktionschef Jörn Kruse und seine Mitstreiter auf zwei Lieder der Bands: „Deutschland muss sterben“ (1989) und „Bullenschweine“ von 1980, wobei die Band nach eigenen Angaben letzteren Song gar nicht mehr in ihrem Repertoire hat. „Deutschland muss sterben“ wurde unterdessen vor Jahren vom Bundesgerichtshof als Kunst bewertet.

Band sieht den Antrag der AfD gelassen

Bereits im vergangenen Jahr hatte die AfD versucht, in einer Schriftlichen Kleinen Anfrage Stimmung gegen Slime und ähnliche Bands, wie die Oi-Punks von The Opressed, zu machen. Erfolglos.

Aus diesem Grund sehen die Slime-Bandmitglieder die AfD-Anfrage offenbar auch gelassen. Stattdessen ist man der Partei sogar dankbar für den Support. „Erfreut hat uns, dass die AfD unfreiwillig für unseren neuen Song Sie wollen wieder schiessen dürfen Werbung macht, und so zur Verbreitung des Anti-AfD/Pegida/Hogesa-Inhalts beiträgt“, schreibt die Band auf ihrer „Facebook“-Seite. Zu dem aktuellen Song, der Anfang April veröffentlicht wurde und dessen Erlöse an die Menschenrechtsorganisation „Pro Asyl“ gehen, hatte die AfD die Musiker selbst inspiriert.

(Text: fre/dsa; Foto: Daniel Schaefer)

 

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