Schlaglicht / Mittwoch, 09.03.2016

Nach Pudel-Brand: Kofi Prince wird nach Italien abgeschoben

 
 

Was der Pudel-Brand anrichtete: Kofi Prince verlor seine Behausung, seine Existenz in Hamburg, seine Freiheit. Dies ist seine Geschichte.

Pudel-Demo am 19. Februar

Pudel-Demo am 19. Februar

Am 19. Februar, als rund 2000 Menschen auf St. Pauli für den Erhalt des abgebrannten Pudel Clubs demonstrierten, erklärten sie sich auch solidarisch mit Kofi Prince. Für den afrikanischen Flüchtling hatte der Brand wahrhaft tragische Folgen: Er verlor sein Zelt neben dem Pudel Club mit all seinen Habseligkeiten, wurde als Zeuge verhört und danach in Abschiebehaft genommen. Seine Anwältin Nina Kromm legte dagegen Beschwerde ein. Zur Zeit der Demo saß er schon in Eisenhüttenstadt.

Jetzt fiel beim Zivilgericht in Hamburg die Entscheidung: „Es bleibt dabei, bis zu seiner Abschiebung am 16.3, muss Kofi Prince in Abschiebehaft bleiben“, sagt Nina Kromm. Es ist das traurige Ende seines Versuchs, sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen.

Die Flucht begann ausgerechnet wegen der Fußball-Afrikameisterschaft

Kofi ist 1983 in Ghana geboren. In Kumasi, der zweitgrößten Stadt Ghanas, betrieb er eine Tischlerei. Auf der Flucht ist er schon zehn Jahre lang, seit 2006. Ihre Stationen hat das Café Exil nachgezeichnet. Sie begann ausgerechnet im Vorfeld eines Ereignisses, auf das sich viele Ghanaer freuten: die Fußball-Afrikameisterschaft 2008 (Africa Cup of Nations). Aber im Zuge neuer Baumaßnahmen wurde die Tischlerei abgerissen, Kofi verlor seine Existenzgrundlage. Wie viele Landsleute ging er nach Libyen, um zu arbeiten. Von dort vertrieb ihn der Bürgerkrieg 2011. Er floh über das Mittelmeer nach Lampedusa und weiter nach Sizilien. Dort saß er länger als ein Jahr ohne Arbeit in einem Camp fest, bis es geschlossen wurde.

2013 verließ er Sizilien. „Kofi kam mit der ersten Lampedusa-Welle in Hamburg an“, sagt ein Mitarbeiter des Café Exil, „er musste aber immer wieder zurück, weil er nach seinem Aufenthaltsstatus nur drei Monate in Hamburg bleiben durfte.“ Eine vorübergehende Bleibe fand Kofi in der St. Pauli Kirche. Danach blieb er am Park Fiction, lebte zuerst mit anderen, dann allein im Vorbau auf der Terrasse des Golden Pudel Clubs. Seinen Lebensunterhalt bestritt er durch das Sammeln von Flaschen. Im Oktober 2015, als er sein Leergut in der Rindermarkthalle abgeben wollte, wurde er „vom dortigen Sicherheitsdienst körperlich so stark angegangen, dass sein Trommelfell riss“, so der Betreuer vom Café Exil. Warum, ist völlig unklar. Hinzugezogene Polizeibeamte nahmen Kofi seinen Reisepass ab, eine Anzeige wurde nicht aufgenommen.

Bei einem Termin bei der Ausländerbehörde, um seine Ausweisdokumente abzuholen, erlebte Kofi, was nach Angaben von Flüchtlingshelfern gängige Praxis ist: Mit ihm wurde ein unangekündigtes Interview durchgeführt. Nach dem Eindruck zweier Begleitpersonen war der anwesende Dolmetscher sichtlich parteiisch im Sinne der Ausländerbehörde. Kofi wollte daher das Verhörprotokoll auch nicht unterschreiben. Als er seine Papiere vom Schreibtisch des Sachbearbeiters nehmen wollte, schlug ihm dieser auf die Hand. Kofi wurde die Abschiebung aus Deutschland nach Italien angedroht.

Die freiwillige Rückkehr nach Ghana hatte er bereits angemeldet

Beim nächsten Termin übergab man Kofi eine Grenzübertrittsbescheinigung, ein Einreiseverbot von 3 Jahren sowie ein Flugticket nach Italien für den 7. Dezember. Obwohl er an jenem Tag rechtzeitig am Flughafen eintraf, wurde er mit einer erneuten Meldeauflage wieder weggeschickt. Sie wurde bis zum 15.Februar 2016 immer wieder verlängert.

Zu dieser Zeit war Kofi Prince bereits desillusioniert, sagen seine Betreuer vom Café Exil. Nach der langen Zeit auf der Straße, ohne einen gesicherten Aufenthaltsstatus und den Erfahrungen mit der Ausländerbehörde habe er keine Zukunft für sich in Deutschland gesehen. Deshalb habe er überlegt, über das REAP / GARP Programm (ein Rückkehrprogramm des Bundesamtes für Migration) freiwillig in seine Heimat Ghana zurückkehren. Dafür hätte ein Reisepass aus Ghana ausgestellt werden müssen, wozu nur eine Duldung mit einer Gültigkeit von vier bis sechs Wochen nötig gewesen wäre. Seine Absicht, das REAP GARP-Programm in Anspruch zu nehmen, hatte er angegeben, auch Fluchtpunkt, die kirchliche Hilfestelle für Flüchtlinge, hatte dies bei der Ausländerbehörde angemeldet.

Bevor in der Nacht zum Sonnabend, dem 13. Februar, der Pudel Club zu brennen begann, wurde Kofi Prince an seinem Zelt gegen 21 Uhr von einem Unbekannten angesprochen: Was er denn dort machen würde? Nach kurzem Gespräch ging Kofi wieder in sein Zelt und später gegen Mitternacht in den Pudel Club. Gegen drei Uhr entdeckte ein Streifenwagen die Flammen im Anbau, die Feuerwehr rückte an, Kofi wurde mit rund 150 anderen Gästen aus dem Club evakuiert.

Im Pudel Club hatte er sich sicher gefühlt

Der Pudel Club brennt: Nacht zum 13. Februar

Die Nacht zum 13. Februar: Der Pudel Club brennt: – und mit ihm Kofis Zuhause

Christiane Hollander, Anwältin und Pudel-Fan, traf ihn dort in den frühen Morgenstunden. „Er hat geweint und geweint“, sagt sie. „Er konnte auch nicht zu seiner Behausung, alles war abgesperrt und verbrannt. Er hat uns erzählt, dass er sich bedroht gefühlt hat. Im Pudel Club habe er sich sicher gefühlt.“

Von der mittlerweile eingetroffenen Polizei wurde Kofi zur Davidwache gebracht, da vermutet wurde, dass er ein Hauptzeuge der vermuteten Brandstiftung sein könnte. Auf der Wache machte er in Anwesenheit einer Brandermittlerin seine Aussage. Sie zeigte ihm auch einige Fotos von Verdächtigen, er konnte aber kein Foto der unbekannten Person zuordnen.

Das Café Exil konnte ihn am folgenden Sonntag bei einer befreundeten Gruppe unterbringen, so dass er wenigstens einen Schlafplatz für die Nacht auf Montag hatte. „Diese Unterkunft hätte er auch bis zu einer freiwilligen Rückreise nach Ghana nutzen können“, sagt ein Helfer.

Aber dazu kam es nicht mehr. Als Kofi am 15. Februar (Montag) mittags mit einem Begleiter aus dem Café Exil in die Ausländerbehörde ging, um seine Meldeauflage wieder zu verlängern, wurde er sofort von fünf Polizisten umringt. Sie hätten an der Schilderung seiner Situation keinerlei Interesse gezeigt, so der Begleiter später, auch sei Kofi der Zugang zu einem Telefon verweigert worden, um einen Anwalt anzurufen. Den Anruf tätigte dann der Begleiter, während die „Abschiebemaßnahme“ schon lief.

Demonstration am Flughafen

Das Café Exil reagierte sehr schnell und rief um 13 Uhr zu einer Kundgebung am Flughafen auf, um die Abschiebung zu verhindern. In kürzester Zeit sammelten sich dort rund 50 Unterstützer zu einer Demonstration und begannen, Passagiere über die bevorstehende Abschiebung zu informieren. Die Abschiebung sollte mit einer Linienmaschine der Lufthansa erfolgen. Wegen der öffentlichen Aktion hielt es die Bundespolizei schließlich für ratsam, die Abschiebung abzubrechen. Kofi wurde sofort in Haft genommen.

Die Nacht verbrachte er im Untersuchungsgefängnis, sagt seine Anwältin Nina Kromm, bevor er am folgenden Tag nach Eisenhüttenstadt gebracht wurde. Versuche, den Haftgrund durch einen festen Wohnsitz zu entkräften, schlugen fehl. Helfer vom Café Exil stehen mit ihm in Kontakt und versorgen ihn mit dem Nötigsten.

Warum wurde Kofi Princes Wunsch, nach dem REAP GARP-Verfahren nach Ghana zurückzukehren, von der Ausländerbehörde nicht berücksichtigt? „Er hat sich illegal in Deutschland aufgehalten und keinen festen Wohnsitz gehabt, eine Ausreiseaufforderung lag bereits vor“, sagt ein Sprecher der Behörde. Deshalb sei Kofi Prince am 15.2. in der Ausländerbehörde sofort festgenommen worden, um ihn abzuschieben. Die Behörde beruft sich darauf, dass die Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens auch richterlich bestätigt wurde.

Die Polizei ermittelt immer noch wegen Brandstiftung am Pudel Club. Für den Club wird es wohl wieder eine Zukunft am Park Fiction geben. Für Kofi Prince nicht. Für ihn hat der Brand nicht nur sein provisorisches Heim zerstört, sondern viel mehr: den Versuch, in Hamburg eine Zukunft zu finden, und sogar den Plan, als freier Mensch eine geordnete Rückreise nach Ghana anzutreten.

(Ein Foto von Kofi Prince haben wir leider nicht bekommen)

 

Kommentare


  1. Das Behördenwirrwarr läßt diese Abschiebung sehr willkürlich erscheinen. Ich möchte als Mensch so einem System nicht ausgeliefert sein.
    Danke für diesen detaillierten Bericht.

  2. Ja, wen wunderts? Egal ob Hamburg oder sonstwo in der Rpublik, die
    Ausländerbehörden suchen immer einen Grund, eine Aufenthaltsgenehmigung, eine Duldung zu blockieren, um abschieben zu können. Wenn ein Dolmetscher im Sinne der Behörde übersetzt, ja was soll er denn machen, wenn die Ämter die einzigen, die ihn beschäftigen. Einmal nicht im Sinne der Behörde, und wo findet er sich wieder, im Abschiebegewahrsam.
    Im übrigen, in den 1980 Jahren habe ich in Österreich gelebt und gearbeitet. Als mir meine Brieftasche gestohlen wurde, und die Polizei festgestellt hat, hat diese sich ehr darum gekümmertob ich überhaupt eine Aufenhalts- und Arbeitsgenehmigung habe. Sie haben erst einmal mit der Bezirksverwaltung telefoniert und sich von dort meine Bewilligungen per Fax zuschicken lassen. Mit der Diebstahlsanzeige haben sie dann erst befasst als mein Anwalt Anzeige erstattet hat. Hat natürlich nichtd genützt. Geld und Dokumente weg.
    Ich kenne einen Chinesen der an einem Graduiertenprogramm in Deutschland teilgenommen hatte und auch offiziell an der Uni immatikuliert war. Eine Woche vor Beendigung des Programms lief die Aufenhaltsgenehmigung ab, und obwohl er schon einen gebuchten Rückflug hatte, ist er drei Tage vor Programmscchluss, und damit ohne Abschluss abgeschoben worden.
    Also, Ausländerbehörden, ohne weiteren Kommentar, da nicht druckbar.

  3. Interessant + „erschütternd“ zu lesen. Wohl nicht rechtens. Auch kein Recht zu bekommen.
    Dieser Umgang mit sog. Ausländern (das sind wir alle) ist f.m. Geschmack v.d. Politik gewollt, Menschen-un-würdig!!!, unsozial, etc.

    Viel Glück für alle Flüchtlige.
    Kreative, konstruktive Lösungen sind wünschenswert. Für ein friedliches Zusammenleben! Alle Flüchtlinge, die hier ankommen, habe unvorstellbare Torturen auf der Flucht erlebt. Sie sind kaum angekommen. Dann werden einige wieder fortgeschickt.

    An Irene Jung für *K O F I* : auf der ADFC-Messe: in GHANA werden Bambus-Räder gebaut. http://www.bambus-bicycle.de http://www.my-boo.de.
    ***Kofi ist Tischler***
    Viel Glück für Kofi.

  4. Ich weiß, es gibt ein paar unangenehme Wahrheiten die werden nicht gerne gehört: Ghana ist kein Land aus dem man flüchten muss, war selbst schon da und hab durchaus Länder mit deutlich schlechteren Bedingungen bereist, Ghana ist schön, ruhig, sicher, man kann dort sogar als Europäer ganz locker Urlaub machen…

    Die andere Frage ist, was hat dieser Kofi denn in Lybien gemacht? Warum sind so viele damals nach Lybien? Weil Gaddafi Milizen brauchte um sein Volk in Schach zu halten, diese Leute wurden in Afrika rekrutiert und erstmal gut bezahlt…nach seinem Sturz waren diese „Fremden“ in Lybien nicht mehr gerne gesehen, ganz logisch, nach Hause konnten sie nicht mehr weil keine gerne Söldner zurück nimmt, also ab nach Europa…Es wird nicht viel drüber gesprochen, grad von den Beteiligten nicht, wenn sie mal ein paar Lybier fragen und dann recherchieren, erfahren sie auch mehr…als nur den hier gestrandeten ihre romantisch, dramatischen Geschichten ungefiltert zu glauben weil es grad ins Bild passt. Bitte von beiden Seiten dahinter schauen.

    Diesem Kofi kann und will ich jetzt im einzelnen nichts vorwerfen ohne mit ihm persönlich gesprochen zu haben, leider hab ich schon zu viele dieser Geschichten gehört und hab dann später etwas anderes herausbekommen…

    • Moin Lincols, zunächst: Nach dem UN-Zivilpakt (§ 12) hat jeder Mensch das Recht, sein Land zu verlassen und auch wieder in sein Land zurückzukehren. Warum jemand das tut oder nicht tut, kann unendlich viele Gründe haben. Das war aber nicht das Haupt-Thema dieser Geschichte. Gruß, Irene Jung

      • Mit dem Recht, in „sein“ Heimatland zurückkehren zu dürfen, ist das so eine Sache. Einige Staaten entziehen ihren Bürgern die Staatsbürgerschaft, sollten sie erfahren, dass diese in einer ausl. Armee als Söldner gedient haben! Ob das auf Kofi zutrifft, kann ich nicht beurteilen, kenne ihn nicht.

    • Kofi hatte nicht das Glück in eine wohlhaben Familie herein geboren worden zu sein. Er musste als Gastarbeiter nach Lybien, hat sein Geld mit harter Arbeit auf dem Bau verdient.
      Wenn man nicht mit dem Menschen gesprochen hat, sollte man ihn auch nicht veruteilen.

  5. Kommentar zum Thema Rindermarkthalle: Leider ist die im Artikel getaetigte Aussage Null nachrecherchiert, sondern basiert lediglich auf einer Behauptung von Kofi Prince. Wer Herrn Prince kennt, weiss, dass er grundsaetzlich zu Verhaltensauffaelligkeiten neigt. Er hatte bei uns Hausverbot, weil er unter anderem mit einer abgeschlagenen Flasche den Marktleiter bedroht hat. An dem besagten Tag hat er den arabischstaemmigen Hausdetektiv auf Englisch und Arabisch beleidigt. Ebenso wurde er taetlich. Es ist zu keinerlei Handlungen der Security gekommen, die den angeblichen Trommelfellschaden haette verursachen koennen. Die Security hat die Polizei verstaendigt aufgrund des aggressiven Verhaltens von Kofi Prince.

    Es gibt immer zwei Seiten zu einer Geschichte. Journalisten und auch „journalistisch tätige Blogger“ sollten recherchieren und einordnen. Das ist hier leider nicht passiert. Nicht zum ersten Mal wenn es um die Rindermarkthalle geht. Wir gewöhnen uns zwar langsam an diese Privatfehde, aber es nervt schon.

    • diese vorwürfe der rindermarkthalle müssen nun natürlich nachrecherchiert werden. das sind strafrechtich relevante vorwürfe, die man jemandem , der sich wehrlos in abschiebehaft befindet, natürlich nicht folgenlos stellen darf, wenn diese nicht absolut der wahrheit entsprechen sollten. dazu ein antwortkommentar von der facebookseite der „rindermarkthalle“, die einige fragen aufwirft gegenüber dieser stellungahme hier: Shahrukh Shaah in Rindermarkthalle St. Pauli

      1. „Wer Herrn Prince kennt, weiss, dass er grundsaetzlich zu
      Verhaltensauffaelligkeiten neigt“ – genau das Gegenteil ist der Fall.
      Kofi ist allgemein als ruhiger und eher introvertierter Mensch bekannt.
      Es gibt genügend Stimmen aus dem Viertel von Menschen, die die Aussage
      der Rindermarkthalle hier relativieren bzw. gänzlich ins Gegenteil
      umkehren können.

      2. „Er hatte bei uns Hausverbot, weil er unter anderem mit einer
      abgeschlagenen Flasche den Marktleiter bedroht hat.“ – auch dies
      widerspricht dem uns bekannten Verhaltensmuster von Kofi. Zumal aus
      einer Bedrohung mit einer abgeschlagenen Flasche in der Regel eine
      Anzeige resultiert, von der uns aber nichts bekannt ist.

      3. „An dem besagten Tag hat er den arabischstaemmigen Hausdetektiv auf
      Englisch und Arabisch beleidigt.“ – da Kofi kein Arabisch spricht,
      dürfte diese Aussage falsch sein.

      4. „Es ist zu keinerlei Handlungen der Security gekommen, die den
      angeblichen Trommelfellschaden haette verursachen koennen. Die Security
      hat die Polizei verstaendigt aufgrund des aggressiven Verhaltens von
      Kofi Prince.“ – Es existierte ein Attest der Asklepios Kliniken, welches
      den Trommelfellriss dokumentierte und bestätigte. Diese Dokumentation
      der Verletzung aus der Rindermarkthalle ist allerdings mit seinen
      weiteren Unterlagen verbrannt – sollte aber durch die Asklepios Kliniken
      rekonstruiert werden können.

      Es wurde auf Anraten eines befreundeten Pastors eine Anzeige im Nachgang gegen den
      Sicherheitsmitarbeiter der Rindermarkthalle gestellt. Zu diesem
      Zeitpunkt lag keinerlei Anzeige seitens dieses Menschen oder des
      Marktleiters wegen des angeblichen Angriffs von Kofi mit einer
      abgeschlagenen Flasche vor. Laut Aussage des Pastors wurde erst nach
      bekanntwerden der Anzeige gegen den Sicherheitsmitarbeiter von diesem
      ebenfalls Anzeige gegen Kofi gestellt. Inhaltlich ist uns diese aber
      nicht bekannt.

  6. Zum Kommentar der Rindermarkthalle:

    Hierzu ist folgendes zu sagen:

    1. „Wer Herrn Prince kennt, weiss, dass er grundsaetzlich zu
    Verhaltensauffaelligkeiten neigt“ – genau das Gegenteil ist der Fall.
    Kofi ist allgemein als ruhiger und eher introvertierter Mensch bekannt.
    Es gibt genügend Stimmen aus dem Viertel von Menschen, die die Aussage
    der Rindermarkthalle hier relativieren bzw. gänzlich ins Gegenteil
    umkehren können.

    2. „Er hatte bei uns Hausverbot, weil er unter anderem mit einer
    abgeschlagenen Flasche den Marktleiter bedroht hat.“ – auch dies
    widerspricht dem uns bekannten Verhaltensmuster von Kofi. Zumal aus
    einer Bedrohung mit einer abgeschlagenen Flasche in der Regel eine
    Anzeige resultiert, von der uns aber nichts bekannt ist.

    3. „An dem besagten Tag hat er den arabischstaemmigen Hausdetektiv auf
    Englisch und Arabisch beleidigt.“ – da Kofi kein Arabisch spricht,
    dürfte diese Aussage falsch sein.

    4. „Es ist zu keinerlei Handlungen der Security gekommen, die den
    angeblichen Trommelfellschaden haette verursachen koennen. Die Security
    hat die Polizei verstaendigt aufgrund des aggressiven Verhaltens von
    Kofi Prince.“ – Es existierte ein Attest der Asklepios Kliniken, welches
    den Trommelfellriss dokumentierte und bestätigte. Diese Dokumentation
    der Verletzung aus der Rindermarkthalle ist allerdings mit seinen
    weiteren Unterlagen verbrannt – sollte aber durch die Asklepios Kliniken
    rekonstruiert werden können.

    Es wurde auf Anraten eines befreundeten Pastors eine Anzeige im Nachgang gegen den
    Sicherheitsmitarbeiter der Rindermarkthalle gestellt. Zu diesem
    Zeitpunkt lag keinerlei Anzeige seitens dieses Menschen oder des
    Marktleiters wegen des angeblichen Angriffs von Kofi mit einer
    abgeschlagenen Flasche vor. Laut Aussage des Pastors wurde erst nach
    bekanntwerden der Anzeige gegen den Sicherheitsmitarbeiter von diesem
    ebenfalls Anzeige gegen Kofi gestellt. Inhaltlich ist uns diese aber
    nicht bekannt.

    Meine Meinung hierzu: Die Rindermarkthalle versucht aktuell eine
    Täter-Opfer-Umkehr auf dem Rücken des Ärmsten der Armen zu erreichen –
    sprich Kofi hier als Täter darzustellen – anstatt sich klar von dem
    Sicherheitsmitarbeiter zu distanzieren. Hier wäre mehr Dialog
    hilfreicher, als denn eine Konfrontation wie in dem von der
    Rindermarkthalle gewählten Ton.

    • Leute, fasst euch mal an die Birne bitte!
      Man wird nicht grundlos zusammengeschlagen wenn man die Rindermarkthalle betritt, ist jedenfalls mir noch nicht passiert und bei anderen Leuten habe ich es auch nicht gesehen!
      Dass Kofi nicht ganz ohne ist, das wissen auch Viele von euch, auch wenn ihr ihn hier jetzt um jeden Preis verteidigen wollt.

      • @Lincoln. Gibt mir auch zu denken. Ich betrete also die Rindermarkthalle und kurz darauf finde ich mich zusammengeschlagen auf dem Boden….? Ist man jetzt schon im Hintertreffen, wenn man Vorfälle nicht zur Anzeige bringt? Die ganze Geschichte muss man doch aufdröseln können!

    • Wie wir schon auf unserer Facebookseite formuliert haben, gehen wir gern diesen Dialog ein. Wir bieten eine offene Runde bei uns an, in der auch einmal die beteiligten Personen der Security den Vorgang aus ihrer Sicht schildern werden. Was wir absolut nicht im Raum stehen lassen werden ist der latente Rassismus Vorwurf, der in dem Artikel auftaucht. Das ist Angesichts der vielfältigen Aktivitäten der Rindermarkthalle für Refugees und Obdachlose einfach eine Beleidigung für das ganze Team hier. Um es mal ganz deutlich zu sagen: „Da haben wir aber mal gar keinen Bock drauf“. Also – Aufklärung nur zu gern. Das setzt aber zuhören voraus und nicht Vorurteilsbelastetes Rausblasen von Behauptungen.

  7. Pingback: 7500 Euro für Hinweise auf Pudel-Brandstifter - St.Pauli-News

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *



Aktion soll zeigen: Pudel und Park Fiction gehören eng zusammen. Künstler unterstützen Forderungen nach Erhalt dieser Einheit am Hafen. ... weiterlesen

Autor Robert Brack schreibt nicht nur am Pinnasberg, sein neuer Krimi handelt auch von der unmittelbaren Umgebung – allerdings im Jahr 1920.  ... weiterlesen

Update: Beim ersten Einsatz der neu gegründeten Einheit zur Bekämpfung der Dealerszene wurden vier Männer vorläufig festgenommen. ... weiterlesen

Wordpress | Impressum | Datenschutz