Schlaglicht / Freitag, 06.06.2014

Heaven’s nest: Und jetzt mal St. Pauli von oben

 
 

Acht Monate nach dem Restaurant „clouds“ hat jetzt auch die Dachterrasse Heaven’s nest im 24. Stock der Tanzenden Türme eröffnet, Hamburgs höchster „Open Air Club“. 

Der Bismarck im Alten Elbpark hat nur noch die Größe einer Thermoskanne. Ein paar Leute in gelben T-Shirts unten auf dem Spielplatz am Zirkusweg sehen aus wie winzige Playmobil-Figürchen. Hinter der Elbphilharmonie ist deutlich der „Berg“ von Georgswerder mit den Windrädern zu erkennen, auf der anderen Seite sieht man über St. Pauli bis zum grünen Hügel von Blankenese. Für Leute mit Sinn für Weitblick ist das „Heaven’s nest“ the place to be.

Video: Abendblatt.TV/PublishersPartners

Die Dachterrasse im 24. Stock der Tanzenden Türme liegt etwa 110 Meter hoch, schon das Restaurant „Clouds“ im 23. Stock ist ja 105 Meter über der Reeperbahn.  Ohne die hohen Glaswände würde hier oben der Wind brausen. Statt dessen ist die Luft angenehm ruhig und die gesamte Dachterrasse neu gestaltet: Helle Loungemöbel mit roten, weißen und blauen Kissen stehen an den Glasfronten, so dass man von überall in die Weite blicken kann. An der Ostseite können Besucher die Aussicht sogar aus Day Beds mit weißen Vorhängen genießen – das Wort Himmelbetten ist hier durchaus angebracht.

Himmelbett mit Aussicht: Die Day Beds muss man vorher reservieren

Himmelbett im Heaven’s nest mit Aussicht: Die Day Beds muss man vorher reservieren.

Bisher war die Dachterrasse im Südturm der Tanzenden Türme quasi die Raucherterrasse vom „Clouds“ und der „Heaven’s Bar“. Jetzt haben die Gastronomen Christoph Strenger vom „East“ und Partner Andreas Fraatz vom Empire Riverside Hotel sie zu einem eigenständigen Open Air Club ausgebaut – auf 235 Quadratmetern mit 180 Plätzen und eigener Bar. Strenger und Fraatz haben 250 000 Euro in den Umbau investiert.

Marieluise Strubenhoff aus Bramfeld und Ingrid Mehrlich, zu Besuch aus Würzburg, testen die Lounge gerade bei einem Kaffee. Die beiden Schwestern sind sehr angetan: „Ich dachte zuerst, das ist hochvornehm und nicht für den Alltag“, sagt Strubenhoff. „Aber nach einem Besuch im St. Pauli-Theater ist das genau das Richtige“, meint ihre Schwester.

Ingrid Mehrlich und Marieluise Strubenhoff sind vom Ausblick sehr angetan

Ingrid Mehrlich und Marieluise Strubenhoff sind vom Ausblick sehr angetan

„Es soll schon ein bisschen schick sein“, sagt Kathrin Beulshausen vom „East“, „ein Beach Club ist das hier nicht. Aber wir wollen, dass sich die Leute wohl fühlen.“ Und was ist, wenn es plötzlich regnet? „Dann ziehen wir rein“, sagt Beulshausen. Markisen seien noch nicht eingeplant, auch Sonnenschirme hätten sich hier oben nicht bewährt: „Da müssen sich bei starken Böen zu viele Kollegen dranhängen, damit sie nicht wegfliegen, das ist keine Lösung.“ Insofern ist die Lounge vom Wetter abhängig. Für kalte Tage gibt es Heizstrahler. Geöffnet ist zwischen März/April bis mindestens September.

Windgeschützt gucken bis Georgswerder

Windgeschützt gucken bis Georgswerder

Den Titel als höchste Lounge von Hamburg könnte das „Heaven’s nest“ allerdings verlieren, wenn demnächst die Open Air Lounge des „Radisson Blu“ am Dammtor eröffnet – die ist 115 Meter hoch. Aber auf den Hafen guckt man da eben nicht.

Heaven’s nest: Reeperbahn 1, geöffnet Mo – Fr ab 17 Uhr bis open end (Küche bis 23 Uhr), Sa + So ab 15 Uhr, Fr + Sa Snacks. Tel. (Reservierungen): 30 99 32 80

Blick nach Osten - der Bismarck ist ganz klein (Fotos: Jung)

Blick nach Osten – der Bismarck ist ganz klein (Fotos: Jung)

 

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