Blaulicht / Donnerstag, 25.06.2015

„St. Pauli sollte Gefahrengebiet bleiben“

 
 

Seit einem halben Jahr ist sie die Chefin in der Davidwache: Cornelia Schröder über ihren Wechsel auf den Kiez, Body-Cams, Drogen und das Rotlichtmilieu.

St. Pauli Blog: Sie sind mittlerweile ein gutes halbes Jahr Chefin der Davidwache. Im Dezember 2014 ging es für Sie vom beschaulichen Poppenbüttel auf den Kiez – ein großer Kulturschock?

Cornelia Schröder: Wie erwartet, haben wir hier ganz andere Schwerpunkte als ich es aus Poppenbüttel kannte. Natürlich gibt es auch dort Kriminalität, dabei geht es aber meist um Einbruch oder Kfz-Diebstahl. St. Pauli dagegen ist das Vergnügungs- und Rotlichtviertel. Ob Alternativer Hafengeburtstag, Schlagermove oder Harley Days – das Revier ist sehr einsatzlastig. Das reicht von Körperverletzungs-, Raub und Gewaltdelikten, über Taschendiebstähle bis hin zu Drogenkriminalität. Diese Schwerpunkte sind ein totaler Gegensatz zu Poppenbüttel. Aber ich wollte gerne Abwechslung haben – und das ist wirklich gelungen.

Hatten Sie Zweifel, ob St. Pauli das richtige Revier für Sie ist?

Anfangs macht man sich Gedanken, was da auf einen zukommt und ob man dieser Aufgabe gewachsen ist. Heute bin ich mir sicher, dass ich das schaffe. Im ersten Moment denkt man, in der Davidwache arbeiten nur die harten Jungs und der Umgang ist rauher. Aber alle Kollegen hier sind sehr lieb und nett, obwohl sie draußen im Revier immer ein gewisses Durchsetzungsvermögen brauchen.

Das Medieninteresse an Ihrer Person war von Beginn an riesig. Es heißt, ihre Kollegen stöhnten nur noch auf, wenn sich wieder ein Kamerateam meldete. Wie gehen Sie mit dem Medienrummel um?

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich drei Kreuze mache, wenn das Medieninteresse jetzt langsam abnimmt. Ich brauche diesen Rummel nicht und stehe nicht gerne im Vordergrund. Auch wenn ich die Chefin bin und Entscheidungen treffen muss – alleine erreiche ich gar nichts, das heißt, ich muss meine Kollegen mitnehmen und wir müssen gemeinsam ein Ziel haben. Natürlich ist man für die Medien eine Art Vorzeigefigur, aber das ergibt schnell ein falsches Bild. Sie müssen es auch mal so sehen: Als ich die Chefin in Poppenbüttel war, hat es auch keinen interessiert.

Dass in der Davidwache eine Frau an der Spitze steht, war für die Medien eine Sensation. Aber zeigt nicht gerade diese Betonung auf das Geschlecht, dass es noch viele Rollenbilder und -klischees zu brechen gilt?

Auf jeden Fall. Mir ist dieser Hype auch gar nicht so recht. Ich möchte hier Chef sein, weil ich mir durch meine Leistung Anerkennung erarbeitet habe und man mir deshalb diese Aufgabe zutraut und nicht, weil ich eine Frau bin. Es macht aus meiner Sicht auch grundsätzlich keinen Unterschied, ob in der Davidwache ein Mann oder eine Frau der Chef ist. Jeder hat seinen eigenen Stil.

Cornelia Schröder, Chefin der Davidwache

Polizeioberrätin Cornelia Schröder in ihrer neuen Dienststelle

Die Davidwache steht schon immer im Fokus der Öffentlichkeit. Wie sehen Sie es, dass ausgerechnet St. Pauli und damit das PK 15 in diesen Wochen für das Pilotprojekt Body-Cams herhalten muss?

Wir freuen uns als Wache tatsächlich sehr darüber. In Frankfurt hat man die Body-Cams bereits in den einschlägigen Vergnügungsvierteln getestet, deshalb ist St. Pauli für den Hamburger Modellversuch auch prädestiniert. Es geht uns bei den Body-Cams vor allem darum, Gewalt zu verhindern. Wir setzen sie an den Wochenenden in der Nacht ein, um deeskalierend zu wirken und Personen, die sich uns oder anderen gegenüber aggressiv zeigen, abzuschrecken bzw. in ihrem Verhalten wieder einzufangen.

Werden Ihre Kolleginnen und Kollegen auf St. Pauli häufig angegriffen bzw. bedroht?

Wenn sich die Kollegen in den Nächten am Wochenende auf St. Pauli bewegen, schlägt ihnen oftmals eine sehr aggressive Grundstimmung entgegen, die durch übertriebenen Alkoholkonsum natürlich begünstigt wird. Die Body-Cams sind daher eine gute Sache, um Widerstände oder Attacken jeglicher Art gegen Polizeibeamte zu verhindern oder deutlich zu minimieren. Immerhin waren allein in 2014 insgesamt 157 Widerstände gegen Polizeibeamte im Stadtteil St. Pauli zu verzeichnen. Im Vergleich sind in Hamburg gesamt 799 Widerstände registriert worden.

Wurden die Body-Cams in den vergangenen Tagen bereits eingesetzt?

Ja, die ersten Erfahrungen am vergangenen Wochenende waren schon sehr positiv. Aber wir müssen natürlich noch weit mehr Erfahrungen sammeln und dann auswerten, um eine Bewertung abgeben zu können.

Davidwache Body-Cams

Seit vergangener Woche werden die sogenannten Body-Cams auf St. Pauli getestet

Die Body-Cams sind jedoch sehr umstritten – ähnlich wie die sogenannten Gefahrengebiete. Sollte die Reeperbahn inklusive der anliegenden Seitenstraßen in Zukunft ein Gefahrengebiet bleiben, obwohl das Hamburgische Oberverwaltungsgericht die gesetzliche Grundlage für die Ausweisung von Gefahrengebieten in Hamburg für verfassungswidrig hält?

Das Urteil fußt derzeit auf einer Einzelfallentscheidung. Von polizeilicher Seite wird geprüft, wo man ggf. Anpassungen vornehmen muss. Bislang laufen hier auf St. Pauli alle Maßnahmen weiter wie zuvor. Ich befürworte auch weiterhin die Einrichtung eines Gefahrengebiets auf St. Pauli. Wir haben hier ein Aufkommen an Straftaten, das eine solche Einrichtung durchaus rechtfertigt. Durch die Einrichtung eines Gefahrengebietes werden polizeiliche Maßnahmen erleichtert und gleichzeitig genießen wir eine Priorisierung bei der Zuweisung von Zusatzkräften, die wir dringend benötigen.

Ein Argument für „Gefahrengebiete“ ist immer wieder die Bekämpfung der Drogenkriminalität. Seit Herbst/Winter letzten Jahres finden nun vermehrt Schwerpunkteinsätze gegen mutmaßliche Dealer auf St. Pauli statt. Dabei hieß es ursprünglich mal, dass Problem könne nicht mit polizeilichen Mitteln gelöst werden. Versucht man es jetzt trotzdem?

Drogenkonsum ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, da kommen wir nicht drum herum. Die Dealer sind da, weil die Nachfrage da ist. Doch unabhängig davon, welche Maßnahmen von anderen Seiten getroffen werden, müssen wir weiterhin schwerpunktmäßig auf St. Pauli aktiv sein.

Man hat nicht den Eindruck, dass sich die Situation an den betreffenden Orten im Stadtteil durch die vermehrte Polizeipräsenz verbessert hat.

Aus unserer Sicht gibt es durchaus erste Erfolge. Es ist uns gelungen, die Räume für die Dealer deutlich kleiner zu machen. Insbesondere im Bereich Bernhard-Nocht-Straße ist die Dealer-Szene rückläufig und verlagert sich auf die darunterliegende Ebene an der Hafenstraße. Oben haben wir die Sichtbarkeit der Dealer schon verdrängen können. Wir müssen aber am Ball bleiben: Gehen wir weg, erobern die Dealer den Raum zurück. Einen ähnlichen Erfolg wollen wir auch rund um den Bereich Hamburger Berg und Talstraße erzielen, wo wir ebenfalls ein erhebliches Aufkommen von Dealern beobachten. Daher werden wir auch weiterhin so viele Ressourcen wie wir haben einsetzen. Wir sind bereits jetzt täglich mit den Zivilfahndern und der Dienstgruppe Operative Aufgaben im Revier unterwegs. Alles was wir noch an Zusatzkräften von der Bereitschaftspolizei zur Unterstützung bekommen können, nehmen wir gern.

Wie man hört, ist es jedoch äußerst schwierig, mutmaßlichen Dealern etwas nachzuweisen.

Es ist in der Tat eine schwierige Aufgabe. Wir sind daher auf zwei Wegen tätig. Zum einen präventiv, um mit uniformierten Beamten Präsenz zu zeigen und damit die Szene in Bewegung zu halten. Uniformierte Kollegen können jedoch nur schwer einen Drogenverkauf beobachten und dokumentieren, daher brauchen wir auch zivile Kräfte. Es bleibt dennoch schwierig, weil die Drogen oftmals nicht am Mann getragen werden, sondern Depots angelegt werden oder ein Kurier die entsprechenden Drogen bringt. Das macht die Beweissicherung unheimlich aufwendig. Wir dürfen deshalb aber nicht resignieren, sonst haben wir den Kampf verloren. Meine Kollegen sind jedenfalls weiter motiviert und bleiben am Ball. Dass es hier immer Drogen geben wird, ist uns aber, glaube ich, auch allen bewusst. Wir werden St. Pauli nie drogenfrei haben. Aber vielleicht gelingt es wenigstens, die öffentlich wahrnehmbare Szene wieder zurückzudrängen.

Dealer Erichstraße 14.10

Seit dem Herbst geht die Polizei vermehrt gegen mutmaßliche Dealer auf St. Pauli vor

Hinzu kommt aber auch, dass es vermehrt Widerstand gegen die Schwerpunkteinsätze der Polizei insbesondere im Bereich Hafenstraße gibt.

Wir werden tatsächlich häufig bei unseren Kontrollen „begleitet“. Wir haben sehr oft den Fall, dass sich Personen aus der linken Szene versammeln und auf die Kontrollen verbal einwirken. Das lassen wir auch geschehen, solange nicht der Versuch unternommen wird, Personen gewaltsam zu befreien oder Kontrollen mit körperlicher Gewalt zu verhindern. Diese Proteste werden jedoch nicht dazu führen, dass wir die Kontrollen aufgeben.

Die Protestler sprechen von „rassistischen Polizeikontrollen“.

Wir kontrollieren niemanden wegen seiner Hautfarbe oder seiner Herkunft. Wir kontrollieren nur dann jemanden, wenn der Verdacht besteht, dass derjenige mit Drogen handelt. Dass die Dealer überwiegend Schwarzafrikaner sind, ist nun mal so. Wenn es Deutsche, Chinesen oder Italiener wären, würden wir genauso einschreiten.

Die Dealer auf der Straße sind jedoch nur die „kleinen Fische“, die oftmals auf diese illegale Tätigkeit angewiesen sind, um sich bzw. ihre Familien zu ernähren. Welche Erkenntnisse gibt es über die Hintermänner?

Wir als PK 15 haben keine Erkenntnisse. In diesem Fall ist das LKA gefordert, die Ebene dahinter im Blick zu haben.

Ein weiterer Brennpunkt ist der Taschendiebstahl rund um die Reeperbahn. Wie berichtet, sollen Zivilfahnder in den kommenden Wochen auch auf St. Pauli gezielt auf die Jagd gehen. Ist die Situation tatsächlich so dramatisch?

Die Anzahl von Taschendiebstählen steigt enorm. Bei uns gehen jede Woche mit Schwerpunkt am Wochenende im Durchschnitt mehr als 80 Anzeigen wegen Taschendiebstahls ein. Dazu kommen nochmal rund 20 bis 30 Diebstähle aus abgelegten Taschen, die separat erfasst werden. Die Dunkelziffer ist mit Sicherheit noch deutlich höher. Im Gedränge merken viele häufig gar nicht bzw. viel zu spät, dass die bestohlen wurden. Angesichts dieser Zahlen, müssen wir handeln. Eine ähnliche Entwicklung gibt es auch in der Innenstadt bzw. in St. Georg, weshalb wir beschlossen haben, die Kräfte zu bündeln und konzentriert vorzugehen. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die Aktion funktioniert.

Was wird gestohlen?

Alles, was man kriegen kann, aber natürlich hauptsächlich Handys und Portemonnaies.

Wer sind die Täter?

Es gibt bestimmte Gruppierungen, die immer wieder auffallen, insbesondere eine Gruppe aus dem nordafrikanischen Raum, aber auch Gruppen aus Osteuropa. Auffällig ist, dass die Täter nicht alleine, sondern stets arbeitsteilig agieren, mit Ablenkungsversuchen wie Anrempeln oder Antanzen. Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, die in der Vergangenheit auf St. Pauli auch häufig Taschendiebstähle begangen haben, sind nicht mehr so auffällig. Scheinbar hat das Problem dafür rund um den Hansaplatz deutlich zugenommen.

Im vergangenen Herbst sollen einige Männer aus dem Milieu selbst äußerst brutal gegen jugendliche Taschendiebe vorgegangen sein, nachdem sie die Polizei zuvor „gewarnt“ hätten, endlich zu handeln.

Da dieser Fall vor meiner Zeit war, kann ich nicht viel dazu sagen. Aber generell achten die Wirtschafter natürlich sehr genau auf ihre Damen. Offenbar haben die Jugendlichen potentielle Freier bei Kontaktgesprächen mit den Frauen bestohlen. So etwas ist natürlich schlecht fürs Geschäft. Vor diesem Hintergrund sind wir auch verstärkt gegen minderjährige unbegleitete Flüchtlinge vorgegangen. Gleichzeitig haben wir aber auch im Milieu in Form von Gefährderansprachen deutlich gemacht, dass wir keine Art von Selbstjustiz dulden, so nach dem Motto: „Wir sorgen jetzt für Recht und Ordnung“. Dafür ist die Polizei da und kein anderer.

Herbertstraße

Rotlichtmilieu St. Pauli: „Man darf nicht vergessen, dass hier zum Teil kriminelle Strukturen dahinterstecken“

Sie kommen von außen und haben daher noch einen anderen Blick auf St. Pauli: Wird das Rotlichtmilieu in Ihren Augen manchmal etwas zu romantisiert dargestellt?

Das stimmt. Wenn man die Bilder im Fernsehen so sieht, wirkt das immer so harmlos, weil man den Hintergrund vielleicht auch gar nicht so genau wissen will. Dieses Flair, so nenne ich es mal, zieht viele Leute an und auch Prominente sonnen sich gar allzu gerne in diesem Milieu. Aber man darf dabei nicht vergessen, dass hier zum Teil kriminelle Strukturen dahinterstecken, die mit schweren Straftaten verbunden sind. Zu einem gewissen Teil muss man mit diesen Strukturen umgehen, aber irgendwo ist für uns als Polizei immer eine Grenze. Wenn von dort Straftaten begangen werden, kann man nicht sagen: „Ach, das gehört einfach dazu.“

Welche Art von Prostitution gibt es denn auf St. Pauli? Wurden in den vergangenen Jahren auch Fälle von illegaler Prostitution bzw. Frauenhandel festgestellt?

Das Milieu auf St. Pauli ist insgesamt sehr transparent. Wir wissen in der Regel genau, welche Dame wohin gehört und wer Zuhälter bzw. Wirtschafter ist. Das ist klar geregelt. Die Frauen, die für uns hier sichtbar sind, schaffen in der Regel freiwillig an und sind nicht zwangsprostituiert – unabhängig von der Frage, aus welchen Gründen die Frauen das vielleicht sonst machen. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass es Zwangsprostitution in irgendeiner Form auch auf St. Pauli gibt. In diesem Fall ist vor allem das LKA gefragt.

Halten Sie den Ausdruck „Kiezlegenden“ oder „Kiez-Größen“ vor diesem Hintergrund überhaupt für angemessen, wenn man über Personen aus dem Rotlichtmilieu berichtet?

Natürlich gibt es irgendwo immer Hintermänner. Aber diese stehen in der Regel nicht gerne im Rampenlicht und wollen lieber im Hintergrund bleiben. Bei Personen wie Karate-Tommy, frage ich mich persönlich auch, warum ihm so viel Raum in der Zeitung eingeräumt wurde. Welche Berühmtheit ist er? Was hat er denn gemacht, dass er die Seiten füllen muss? Ich verstehe aber auch, dass solche Geschichten für den Leser etwas Besonderes sind und er möglichst viel davon hören oder lesen will.

Sie sagen, im Vergleich zu früheren Zeiten treten die meisten Luden öffentlich nicht in Erscheinung. Woran liegt das?

Ruhe ist heute das oberste Gebot im Milieu. Wenn man nicht im Fokus steht, rollt der Rubel auch besser. Derzeit ist der Kuchen verteilt, jeder verdient sein Geld. Wenn es natürlich irgendwann mal wieder eine Gruppierung gibt, die hier den Fuß in die Tür bekommen will, dann könnten diese Verteilungskämpfe wieder ausbrechen. Danach sieht es aber im Moment nicht aus.

Früher gaben GMBH und Nutella den Ton auf dem Kiez an: Welche Gruppierungen teilen sich heute das Geschäft?

Natürlich haben wir Erkenntnisse, welche Gruppierung, wo dahintersteht. Diese Erkenntnisse möchte ich aber nur ungern mit Ihnen teilen.

Sie sagen, neue Verteilungskämpfe im Milieu seien derzeit unwahrscheinlich. Anfang des Jahres machte die sogenannte „Eros-Center-Gang“ von sich reden. Manche Medien schrieben bereits von einer „neuen Macht auf St. Pauli“. Wie gefährlich ist die Gruppierung in ihren Augen?

Wir gehen nicht davon aus, dass diese Gruppierung den Frieden im Milieu bedroht. Aktionen wie die Schießerei vor der Diskothek „Location“ oder ähnliche Vorfälle sind Einzeltaten, die etwas mit Ehrverletzungen zu tun haben, weil beispielsweise jemand nicht in einen Club hineingelassen wurde. Seit der Schließung des Eros-Centers und der Eröffnung des Pink-Palace haben wir auch keine Vorfälle mehr verzeichnet. Der neue Betreiber möchte anscheinend nicht, dass sich gewisse Leute dort aufhalten. Von daher versucht man auch dort scheinbar, wieder Ruhe reinzubekommen.

Mit der Ruhe auf dem Kiez dürfte es spätestens am 11. Juli vorbei sein: Wo verbringen Sie eigentlich Ihren ersten Schlagermove?

Hier, denn das möchte ich mir nicht entgehen lassen. Alle in der Wache sagen, dass ist d e r Einsatz im Jahr. Ich kenne vieles bislang nur vom Hörensagen, daher ist es mein Ansinnen, im ersten Jahr so viel wie möglich, auch an Einsatzlagen, mitzunehmen, damit man auch mitreden kann.

(Fotos: Daniel Schaefer, Jörg Riefenstahl, Michael Arning, Irene Jung)

 

Kommentare


  1. Racial profiling ablehnen, aber ALLE genannten Tätergruppen mit einem eben sochen belegen… Das ist nicht ganz glaubwürdig Frau Schröder

      • Wo ist die „Unsachlichkeit“? Die vorherige Ethnisierung von potentiellen Täter_innen führt zu einer ethnisierten Kontrolle = racial profiling. Weiße-Deutsche Männer (oder Frauen) tauchen als potentielle Täter nicht auf und fallen aus dem Kontrollraster. Arno frage doch mal Schwarze Menschen, wie häufig sie an bestimmten Orten kontrolliert werden. Und dann vergleiche die Rate mit Weißen… Sicher, in einer rassistisch strukturierten Gesellschaft, reproduzieren sich diese Strukturen in der Praxis: Racial Profiling ist schwer nachweisbar. Wird ein Mensch kontrolliert, weil es anders als die Norm aussieht oder weil er als Dealer verdächtigt wird? Oder wird er verdächtigt, weil er zufälligerweise so aussieht, wie die Angehörigen, einer bestimmten Verdächtigengruppe, oder weil er zufälligerweise so aussieht, wie sich die Kontrollierenden die Verdächtigen vorstellen?

  2. Einsatzlastig ist der „alternative Hafengeburtstag“, beim „normalen“ Hafengeburtstag ist ja auch fast nie wer da, da gibt’s kein Ärger, nicht mal Alkohol gibt’s da…

  3. Mir wird jetzt schon übel , wenn ich an den wochenlangen uringestank nach der nächsten schlagermove auf st.pauli und in den anwohnerstr. denke. Die ein weiteres mal ohne weiteres nachdenken und kritik zugelassen wurde. Dazu 1000 toiletten für 250 000 menschen.Die gesamtbevölkerung rund um das herz von st. pauli wird ein weiteres mal schwer belastet.
    Ich hoffe nur das wird auch eine einschlägige erfahrung für die neue chefin der davidswache. Der ich hiermit alles gute zu ihrem start wünsche.

    • 1.000 toiletten ?
      Wo stehen die denn ?..und es sind nicht 250.000 sondern x 2 = 500.000….der Sturzbach ist nicht aufzuhalten…

  4. Die Aussage Dealer verdrängen zu können und dann die Verantwortung an das LKA weiterzugeben grenzt an polemische Kapitulation. In den letzten Monaten ist eine erhebliche unübersehbare Zunahme von Dealern in allen Ecken St. Pauli’s zwischen Tal-/Silbersack/Bernhard-Nocht-Straße bis zum ‚Park Fiction‘ wahrzunehmen.
    Prävention bzw. polizeiliche Maßnahmen konnte ich als direkter Anwohner nur höchst selten wahrnehmen, gegen die exzellent vernetzten aber eindeutig auszumachenden Dealer greifen bislang keine Aktionen nachhaltig.

    Mittlerweile fühle ich mich, bei aller Toleranz hier im Viertel, von diesen Ausmaßen belästigt und von den für Ordnung und Sicherheit zuständigen Behörden leider im Stich gelassen.

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  6. Pingback: Bagger und Schlagstöcke: Gentrifi-filmkunst

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