Blaulicht / Freitag, 22.04.2016

Drogen-Einheit rückt in Kiez-Kneipe an

 
 

Update: Beim ersten Einsatz der neu gegründeten Einheit zur Bekämpfung der Dealerszene wurden vier Männer vorläufig festgenommen.

Seine Mütze will er nicht absetzen. Erst als der uniformierte Beamte ihn wiederholt und mit drohendem Unterton auffordert, die Baseball-Cap abzunehmen, folgt der junge Mann, wenn auch laut schimpfend, den Anweisungen. Gegen die Überzahl der Polizisten hat auch er keine Chance, so viel dürfte ihm spätestens dann klar werden, als sein Begleiter in Handschellen aus der Kneipe geführt wird.

Nur einen Tag nach ihrer Vorstellung durch Innensenator Andy Grote (SPD), hat die neu gegründete Einheit zur Bekämpfung der Drogenkriminalität am Donnerstagabend ihren ersten Einsatz auf St. Pauli durchgeführt. Diesmal schlug die Polizei am Hamburger Berg zu. Die Straße gilt, ähnlich wie die benachbarte Talstraße oder die Hafentreppe auf der anderen Seite der Reeperbahn, als „Brennpunkt“ auf St. Pauli, wo sich in den vergangenen zwei Jahren eine immer offener agierende Dealerszene etabliert hat. Viele Anwohner und Gewerbetreibende klagen bereits seit Monaten über die meist schwarzafrikanischen Dealer vor ihrer Haustür, anderen ist es egal.

Innensenator will den derzeitigen Zustand nicht mehr hinnehmen

Innensenator Andy Grote, der die Situation auf dem Kiez aus eigener Erfahrung sehr gut kennt, erklärt den jetzigen Einsatz damit, „dass die Beschwerdelage, die ich schon als Bezirksamtsleiter kannte, noch einmal zugenommen hat“. Inzwischen sei ein Zustand erreicht, „den man nicht hinnehmen kann“.

Trotz zahlreicher Schwerpunkteinsätze ist es der Polizei in den vergangenen Monaten nicht gelungen, die Drogenkriminalität auf St. Pauli nachhaltig zu bekämpfen. Mit „ordentlicher polizeilicher Arbeit“ habe man etwas erreicht, so Grote. „Erfolgreich“ sei die Polizei gewesen. „Aber sie war nicht so nachhaltig erfolgreich, wie man es sich gewünscht hat.“ Um diesen nachhaltigen Erfolg zu erzielen, soll nun eine aus rund 50 Beamten bestehende Einheit helfen, die Dealer zurückzudrängen.

Bilanz des ersten Einsatzes: Vier vorläufige Festnahmen

Beim ersten Einsatz am Donnerstag schlugen gleich 40 Beamte zu, darunter Beamte des LKA 68 (Rauschgiftdezernat) und Zivilfahnder der Davidwache. Am späten Abend stürmten die Polizisten eine Kneipe am Hamburger Berg, die bereits im Vorfeld im Fokus der Ermittler stand. Dabei wurden 18 Personen überprüft. „Die Ermittlungen richten sich jedoch nicht gegen die Betreiber, sondern ausschließlich gegen Gäste“, betont Holger Alfer, der als Leiter BTM-Maßnahmen den Einsatz koordiniert.

Polizei vor Kneipe am Hamburger Berg

Polizisten vor dem Eingang der Kneipe am Hamburger Berg

So habe man auch an diesem Abend mehrere Dealvorgänge im Umfeld der Kneipe beobachten können. „Wir konnten dabei vier schwarzafrikanische Frontdealer observieren“, so Alfer. Einer der Männer sei beim Zugriff der Beamten jedoch entkommen. Ein 33-Jähriger aus Sierra Leone und zwei 41- und 20-jährige aus Gambia stammende Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen. Die Beamten stellten zudem eine nicht näher bezifferte Menge an Kokain sicher. Der 20-Jährige wurde dem Haftrichter zugeführt, die beiden anderen Tatverdächtigen entlassen, da keine Haftgründe vorlagen. Ein 52-Jähriger aus Gambia wurde zudem wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz festgenommen.

Für Holger Alfer und seine Kollegen ist das schon ein kleiner Erfolg. Denn die Rechtslage sei schwierig, nicht immer liegen ausreichende Haftgründe vor, um die Dealer aus dem Verkehr zu ziehen. „Hier wird nicht mit riesigen Mengen gedealt“, so Alfer. So werde der kleine Beutel Kokain für 50 Euro verkauft. „Das sind keine riesigen Pakete, die hier umgeschlagen werden. Aber es ist eine Kriminalität, die gesehen wird und die die Anwohner verunsichert.“

„Kleine Nadelstiche“ sollen Dealerszene in Bewegung setzen

Ziel der neu gegründeten Einheit sei es daher, durch eine Intensivierung der Maßnahmen die Betäubungsmittelkriminalität vor allem im Bereich St. Pauli, aber auch im Schanzenviertel und in St. Georg zurückzudrängen. Die Schwerpunkteinsätze der Polizei seien wie „kleine Nadelstiche“, mit denen man die Szene in Bewegung setzen wolle. „In St. Georg konnten wir dank einer festen Einheit die Situation verbessern. Das, was wir dort erreicht haben, wollen wir auch hier rüberbringen“, sagt Holger Alfer.

Poizei Hamburger Berg

Der Einsatz dauerte bis weit nach Mitternacht an

Dass die Polizei-Offensive letztendlich nur zu einer Verdrängung der Dealer beitragen könnte, ist dem Leiter der neuen Einheit durchaus bewusst. „Die Ursache werden wir nicht lösen können. Letztendlich ist es ein gesamtgesellschaftliches Problem“, sagt Alfer. Solang es Drogenkonsumenten gebe, werde es auch weiterhin Dealer geben. „Uns geht es primär darum, die Sichtbarkeit der Dealer in den betroffenen Bereichen und damit die Belastung für Anwohner und Gewerbetreibende zu reduzieren.“

Dabei wird man noch einen langen Atem brauchen. Doch Alfer verspricht an die Dealer gewandt: „Wir kommen wieder – ob morgen oder nächste Woche.“

Der Artikel wurde am 22.4. um 17.10 Uhr aktualisiert (genauere Angaben der Polizei zu den Verdächtigen)

(Mit Material von André Zand-Vakili / Fotos: Daniel Schaefer)

 

Kommentare


  1. Schwarzafrika?
    Dealen, Schwarzafrika, Polizei, Problem, St.Pauli und schon haben wir den Mix einer rassistischen Berichterstattung mit ganz viel Aussagen von Polizei und gar keinen Aussagen, wahrscheinlich zu weissen Konsumenten, die das Zeug kaufen? Sind die eigentlich auch verhaftet worden? Wissen wir nicht! Die sind ja auch nicht das Problem. Konsumenten due fuern Tuetchen 50 Euro locker machen sind nie das Problem,von denen wissen wir nix. Von denen, die verkaufen wissen wir auch eigentlich nix, da wird aber gesagt: Schwarzafrikaner! Alle Schwarzen Menschen kommen selbstverständlich immer aus Afrika. Aus dem schwarzen Afrika. Schwarze Menschen aus nicht Afrika – unmoeglich! Solange wir die Papiere/Identitaet nicht kennen, wissen wir nicht wo her die Menschen kommen.
    Berichtet meinetwegen ueber einen Polizeieinsatz, aber bitte nicht in rassistischer Sprache und plappert nicht immer diese Pressestatements (weil rassistisch) der Polizei nach!
    Schwarzafrika ist ein Konstrukt, dass Menschen aufgedruckt wird, die so aussehen als kommen sie nach weissem Verstaendnis von dort. Dieses Konstrukt ist dealt nicht. Es sind Menschen die dealen und Menschen die konsumieren, von beiden Seiten mehr ueber die Hintergründe zu erfahren waere mal was Aufklaerendes :/

    • Hallo Sabine,
      dann gehe doch mal dort vorbei und sieh dir die Dealer mal an. Asiaten sind es nicht, Australier auch nicht, Inder auch nicht, auch keine Grönländer…

      • Mir geht es nicht darum, wer da steht und ob das so ist. Mir geht es um die Sprache und die Art und Weise, wie berichtet wird.
        Mittlerweile sind die Nationalitäten ergaenzt worden, um schwarzafrika zu bestaetigen. Damit bleibt der Artikel im rassistischen Sprachgebrauch. Interessant. Statt das Zitat der Polizei einfach zu streichen… aber das scheint ja imens wichtig fuer den Artikel zu sein, dieses Zitat.

        • Liebe Sabine,
          Wir haben den Artikel voerst nicht verändert, weil die von dir kritisierte Formulierung unserer Meinung nach weiterhin im Kontext mit der entstandenen Diskussion stehen sollte. Wir verfolgen die Debatte jedoch sehr intensiv und diskutieren auch intern selbstkritisch über eure Anmerkungen bzw. eure Kritik, um daraus für die Zukunft unsere Schlüsse zu ziehen.

          Mit besten Grüßen
          Daniel Schaefer

          • Lieber Daniel, Bitte bleibt so wie ihr seid und lasst euch nicht von etwas Kritik oder Gegenwind aus der einen oder anderen Ecke irritieren. Der Großteil eurer Leser mag euch genau deswegen, weil ihr so seid wie ihr seid…

    • @sabine.
      Du regst Dich über die Polizei auf, spielst Dich nach meinem Eindruck jedoch selbst als Wortpolizistin gegenüber Deiner Mitmenschen auf und operierst zusätzlich mit dem politischen Kampfbegriff „Rassismus“.

      Glaubst Du tatsächlich an Dein Statement: „Solange wir die Papiere/Identitaet [der offensichtlichen Dealer] nicht kennen, wissen wir nicht wo her die Menschen kommen“.
      Unterschätzt Du nicht einfach die Arbeit von erfahrenen Profilern, die wiederum auch mit Menschen aus „Sub-Saharan Africa“ kooperieren oder umgekehrt.

      Drehen wir doch mal den Spiess um:
      Angenommen, Du Sabine wärest Pressesprecherin der Hamburger Polizei. Wie würdest Du uns, also die Bevölkerung vorbildlich informieren. Bin gespannt. Überrasche uns.

      Viele Grüße

      • Rassismus ist kein politischer Kampfbegriff, sondern alltaegiche Realitaet. Und dieser Artikel ist in seinem sprachgebrauch ein Paradebsp dafuer.

        • Sabine, les doch Mopo oder wenns nicht reicht ein Antifa Magazin…Wir lesen hier weil Dinge offen angesprochen werden, nicht nur bei diesem Thema, und wir wissen alle wer da steht und die Drogen verkauft…Oder nicht???

        • Es gibt Menschen, die einfach keine Ahnung haben. Ich habe selber „Migrationshintergrund“, wie es so schön heißt. Trotzdem kann ich Sachen sehen und auch benennen, ohne Angst zu haben. Nur weil man Angst vor Rassismus hat, muss man nicht immer alles hin nehmen, was Menschen mit Migrationshintergrund machen. Es sind überwiegend Schwarze. Vielleicht sollte man nicht denjenigen anprangern, der eine Wahrheit ausspricht, sondern nach den Ursachen fragen, warum es überwiegend eine bestimmte Gruppe von Menschen ist, die gewisse Straftaten verüben. Oder bin ich Antisemit, nur weil mir nicht gefällt, was Israel mit den Palästinensern macht. Wahrheiten bleiben Wahrheiten, und es wird nicht besser, nur weil man gewisse Dinge im Namen des Rassismus nicht aussprechen darf.

          P.S. wenn wir hier mal über Probleme sprechen, dann nicht über die angebliche rassistische Berichterstattung, sondern warum die Polizei immer so viele Straftäter fest nimmt und die Justiz und die Richter sie wieder laufen lässt. Das Problem ist meines Erachtens weitaus gravierender

          • Applaus für Mesut, ich kann ihm da nur beipflichten, sehr schön geschrieben und auf den Punkt gebracht. Vielen Dank

          • @Mesut,
            Sachen sollen benannt werden und wer Wörter nutzt, die rassistisch sind, benennt nicht das Problem und auch keine Ursachen, sondern trägt dazu bei das Problem nicht in Gänze darzustellen, sondern nur ein Teil davon, bzw. beschränkt das Problem auf eine Gruppe die dabei im Fokus steht und angeblich allein das Problem darstellt, alles andere was noch zum Problem gehört, wird aber nicht benannt.
            Ja und es gibt immer auch andere Probleme … wäre ja auch zu einfach nur ein Problem mit Drogen auf St. Pauli zu haben.

    • Na Schwarze kommen wohl meistens aus Afrika, hab noch von keinem Eskimo gehört der schwarz ist…du?
      Immer die Rassismuskarte zu spielen ist das das gleiche wie die Rechten immer die kriminelle Flüchtlinge Karte spielen…

    • Sabine, selbstverständlich ist der Drogenverkauf und Konsum kein Problem was sich auf Menschen mit bestimmter Herkunft reduzieren lässt.

      Aber nur weil die Herkunft der Menschen genannt wird (und das kann die Polizei bei der Passkontrolle zweifellos feststellen) kann man ja nicht von Rassismus sprechen.

      Es handel sich um eine rein sachliche Information.

      Überall Rassismus sehen zu wollen, der eigentlich gar nicht da ist, kann doch auch keine Lösung sein.

    • Es ist Fakt, dass die Dealer Schwarzafrikaner sind.
      Da kannst du noch soviel labern.
      Wer so blöd ist und bei „denen“ sein Stoff kauft, tut mir leid.
      Sie lügen, betrügen, dealen, merken aber, das hat keine Konsequenzen.
      Wer erwischt wird solllte deutlich gesagt bekommen: „Nockunta-Kinte-Town!Noch einmal, dann sitzt du im Flugzeug nach Afrika.

    • Es sind nun mal Schwarzafrikaner und keine Eskimos oder Chinesen, die am Hamburger Berg und in anderen Seitenstraßen der Reeperbahn dealen. Diese Szene hätte schon längst durch Politik, Justiz und Polizei nachhaltig zerschlagen werden müssen. Verhaften und abschieben….kann so schwer doch nicht sein, wenn man es denn politisch will!

  2. ich bin mir sicher, dass es auch ne Menge weißer Dealer in HH gibt, auch auf St. Pauli… nur die interessieren irgendwie niemanden… vielleicht weil sie es etwas verdeckter angehen… insofern stimmt es schon, dass das Vorgehen hier klar rassistich ist, denn es wird eben nur ein bestimmter Teil der vermeintlichen Dealer angegangen, nämlich jene die eine dunkle Hautfarbe haben ….
    ich hab auch 8 Jahre im HH Berg gewohnt… die Dealer (oder auch die die dafür gehalten wurden) und auch die Konsumenten waren dabei kein Problem, an sich immer eher zurückhaltend und freundlich… im Gegensatz zu der Meute die jedes Wochenende dort einfiel und dachte dass vor die Tür pissen, sich kloppen und sich wie ein Arschloch benehmen zum „Feiern“ dazu gehört…

    • Mich hat noch kein einziger „weißer Dealer“ dumm angequatscht…hab bis jetzt noch nicht mal einen gesehen…die dealen wahrscheinlich aus der Wohnung raus oder so

      • klar treten die anders auf aber sind eben genauso Teil des Handels und werden offenbar von der Staatsmacht doch eher in Ruhe gelassen… ich laufe allerdings fast jeden Tag von der Hein Köllisch Ecke via Silbersack und Talstrasse zur Arbeit und zurück und ab und zu auch mal durch den HH Berg und muss sagen, dass sich der Anschnack-Faktor stark in Grenzen hält…1x die Woche wäre oft….

  3. In jedem Fall sollte der Aktionismus von SPD-Innensenator Andy Grote und seiner pop-up Einheit ab 20.4.2016 zur Bekämpfung der Drogenkriminalität im Kontext mit einer sich aktuell in Arbeit befindlichen Bremer Verwaltungsvorschrift gesehen werden.

    Im Bundesland Bremen soll nun laut Bürgerschaftsprotokoll vom 20.4.2016 künftig der Besitz kleiner Mengen Cannabis und der Anbau zum Eigenbedarf bald nicht mehr zu einer Anzeige führen.

    Siehe Stern-Artikel vom 21.4.2016
    http://www.stern.de/politik/deutschland/cannabis–bremen-will-kiffer-nicht-mehr-verfolgen-6807698.html

    und hier Punkt 11:
    http://www.bremische-buergerschaft.de/dokumente/wp19/land/protokoll/b19l0018.pdf

  4. Schade eigentlich. Ich hatte gehofft das es mit Grote eigentlich nur besser werden kann. (Keine Gefahrengebiete die komplette Stadtteile unter Generalverdacht stellen!!!)
    Stattdessen jetzt sowas. Mich persönlich stören die Dealer im gleichen Maße wie die Prostituierten, die man erst einmal abschütteln muss bzw am besten im Zick Zack um sie herum „rennt“. Wobei bei den Dealern meist ein klares „Nein danke“ reicht. Ich kann verstehen, dass dagegen etwas getan werden muss, zweifle aber stark daran, dass die immer gern genutzte Repressionskeule daran soviel ändert. Das Ganze wird sich einfach nur verlagern.
    Warum überlegt sich der Senat nicht sinnvollere Alternativen? Warum wurde das Modellprojekt zur kontrollierten Cannabisabgabe, auch wenn die Chancen gering waren, einfach vom Tisch gefegt? Warum setzt die Stadt nicht Sozialarbeiter ein die mit den Dealern sprechen und eventuelle Absprachen treffen? Ich bezweifle, dass diese Menschen wirklich glücklich mit ihrer Situation sind. Ich kann nicht verstehen, warum man ihnen nicht hilft. Weil es einfacher ist die in den Knast zu stecken?

    • Wieso Absprachen??? Die halten sich nicht an Gesetze und verkaufen wahllos Drogen, auch an Minderjährige wie ich unlängst beobachten musste! Das geht gar nicht

    • Grote fehlt nur noch der Sheriff-Stern. Und die Polizei muss wieder ausbaden, was die Politiker nicht hinbekommen: Eine vorsichtige Liberalisierung von Cannabis. Niemand regt sich auf dass Herr M. aus Wolfenbüttel seinen Hard-Stuff (Jägerm…) ganz legal auch an leber-geschädigte Abhängige verkauft. Der gesamtgesellschaftliche und ökonomische Schaden, den legalen Drogen anrichten, ist deutlich höher als die Folgeschäden von Cannabis-Genuss. Kiffen ist längst gesellschaftsfähig, wann werden die politisch verantwortlichen es endlich begreifen und die entsprechenden Schlüsse daraus ziehen ß

  5. das kostet nur ein Haufen Geld welches wir der Polizei in den Rachen werfen. Staatlich geregelter Verkauf wäre viel sinnvoller, als die Haudraufs alles kurz und klein schlagen zu lassen.

    • warum nicht auch die prostitution „verstaatlichen“? dann gibt es keine zwangsprostituierten, keine zuhälter – nur den staat, der sich die taschen als zuhälter voll macht. und warum nicht auch gleich waffen für den privatbesitz wie in usa erlauben. läßt sich doch auch bestimmt ’ne mark mit machen. /off

      • Zwar kein direkter Bezug zum Artikel, aber hier ein spontaner Kommentar an NN:

        Warum eigentlich keine nonprofit-Freudenhäuser unter staatlicher Kontrolle anstreben, statt das Gewaltmonopol in diesem sensiblen Bereich für die Anbieterin und den Kunden einem kriminellen Milieu überlassen.

        Argumente gegen eine Art der Verstaatlichung von Prostitution möchte ich erst einmal hören, zumal sich die Prostitution-Gesetzgebung in Deutschland im 21. Jahrhundert deutlich verändert hat.

        Denke, beim Staat wären eventuelle Einnahmen ganz bestimmt besser aufgehoben (über die Verwendung könnte diskutiert werden), als bei Zuhältern. Ein Privatbesitz von Waffen (du meinst wohl Schießeisen als Drohgebärde oder zum Morden) auf dem Kiez würde dann auch keinen wirklichen Sinn mehr machen.

        • @freitag:
          mein kommentar ist eine ironische ergänzung auf den kommentar davor: wie kann der staat sich mit „unmoralischen“ geschäften die taschen füllen – drogenhandel, prostitution und waffenhandel.
          aber du hast mich auf eine idee gebracht. interesse? kontaktidee?

    • Naja, man schreibt ja auch “ der Bankräuber aus München“ ohne Münchner beleidigen zu wollen. Wieso sollte eine Herkunft verschwiegen werden wenn es so ist?
      Schon mal nen Blick drauf geworfen, dass Flüchtlinge seit 2016 gesondert in der Kriminalstatistik geführt werden? Die ersten drei Monate dieses Jahres war etwa jeder zehnte (ca.10%) der erfassten Straftäter in unserer Stadt ein Flüchtling, Flüchtlinge machen aber nicht mal 2% der Bewohner unserer Stadt aus…Was sollen die Menschen davon halten?

  6. ..ich so als weiß-westfälischer Komfort-Binnenmigrant finde es auch schade, dass dies komische „schwarzafrikanisch“ hier nicht nur als Zitat vorkommt..“aus afrikanischen Ländern stammende Verdächtige“ oder „dunkelhäutig“ hätte an der Stelle eher einen beschreibenden Charakter gehabt, so ists schon so, dass schwarz=afrikanisch dabei rauskommt, in diesem Zusammenhang sogar schwarz=afrikanisch=kriminell…
    Ich möchte nach 20 Jahren St Pauli auch nicht mehr weißwestfälisch bezeichnet werden.
    ..und dass die Beschwerdelage evtl viel mit der krass geänderten BewohnerInnenstruktur zutun hat, sollte dabei auch nicht außer acht gelassen werden (mittlerweile leben Senatoren im „gefährlichen Schmuddelviertel“!).
    Für eine ganz andere Drogenpolitik!

  7. „Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.
    Richtlinie 12.1 – Berichterstattung über Straftaten
    In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.
    Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.
    http://www.presserat.de/pressekodex/pressekodex/#panel-ziffer_12____diskriminierungen

    diese formulierung wurde nach den silvesterereignissen vom presserat bestätigt. danach wäre auch schon die formulierung „großfamilie“ diskriminierend, weil man eine vorstellung hat, was und wer gemeint ist. wenn die polizei erkenntnisse (!) darüber hat, dass es zwischen tätern und kriminellen taten einen quantitativen zusammenhang gibt,und das nenne ich begründbaren zusammenhang, kann sie es auch benennen.

    • edit:
      natürlich kann nicht nur die polizei nationalitäten benennen, aber der presserat ist natürlich für die presse, also auch den blog, maßgeblich.

    • Warum diese Fakten nicht nennen, oft heisst es ja auch der „deutsche“. Ich sehe da keine politisch korrekte Richtlinie, sondern eine Empfehlung/Anweisung zur Problemvertuschung!
      Das Ausmaß ist den meisten in der Bevölkerung noch gar nicht bewußt…

      • Es heisst in der Regel eben nicht: Weißeuropaeischer Mann begeht Mord oder Diebstahl. Weißeuropaeischer Dealer auf St. Pauli festgenommen.
        Weisser Deutscher wegen Fahrerflucht vorlauefig in Gewahrsam.
        Wenn es solche Benennungen gibt, gern verlinken 🙂
        Weiss wird nie benannt, wenn es um Kriminalität geht.
        Und jegliches Benennen traegt nicht zu Erklaerung eines Problems bei.
        Vielleicht gibt es ja mal nen Bericht ueber weisse, deutsche Kokainkonsumenten oder n differenzierten Artikel ueber das ganze Problem an sich.
        Und das was hier rassistisch als schwarzafrikanische Dealerszende benannt wird, stellt auch nicht die Frage danach, warum diese soziale Problemlage immernoch und immer wieder auftaucht. Das ist kein Problem fuer das eine Nationalität aus Afrika als Erklaerung ursaechlich verantwortlich ist. Und das ist das was durch der Art Berichterstattung immer wieder reproduziert wird.
        Also mal her mit rassismusfreien Sprachgebrauch. So schwer ist das nicht.

        • Warum stehen denn da nicht arme Russen, Chinesen, Eskimos mit den Schwarzafrikanern? Wahrscheinlich weil die was anderes machen als Drogendealen wenn sie arm sind und Geld brauchen => Arbeiten gehen, zumindestens schwarz was verdienen mit kleinen Hilfsjobs oder Flaschen sammeln.

        • „Und jegliches Benennen traegt nicht zu Erklaerung eines Problems bei.“
          sie wollen in den „vor-köln-modus“ zurück, in dem die presse den lesern die tatsachen gefiltert, sprich: zensiert präsentiert hat. es ist nicht aufgabe der presse, die leser zu pädagogisieren oder zu bevormunden. zu einer demokratie gehört es, dass man auch meinungen, die nicht „p.c.“ sind, aushalten muß und zur meinungsbildung gehört, dass man alle(!) fakten kennt. zu unserer westlichen zivilgesellschaft gehört keine pressefreiheit à la erdogan.

  8. Warum wird man immer gleich als rassistisch abgestempelt nur weil man das Aussehen oder die Herkunft derjenigen, die strafrechtlich auffällig werden nennt ?! Mich persönlich stört es extrem jedes mal wenn ich da lang gehe angesprochen zu werden und unwohl ist mir auch wenn ich alleine bei KFC an fünf schwarzen vorbei gehen muss. Ich dreh mich jedesmal um weil ich Angst habe von hinten eine übern Kopf zu bekommen und ausgeraubt zu werden.

    • Schön zu hören… ich hoffe nur es folgen auch Konsequenzen und die werden endlich mal ausgewiesen… solche Menschen haben meiner Meinung nach keine 2. Chance verdient. In anderen Ländern würden die viel härtere Strafen zu erwarten haben !!! In anderen Ländern wird auch in der Presse die Herkunft genannt. Was ist so schlimm daran ? Es muss sich langsam mal was ändern … wie lange will man uns die deutsche Geschichte noch vorwerfen ? Kein Volk lässt sich so den Mund verbieten wie die Deutschen !! Traurig

    • wurdest du bisher dort jemals ausgeraubt oder hast du von ähnlichem gehört? Nein? Ich auch nicht.
      Dann können die Menschen dort nichts für deine Angst sondern du bist einfach ein Rassist.
      Ich bin Jahrelang im Hamburger Berg unterwegs gewesen, habe u.a. mit einem dunkelhäutigen Menschen zusammengewohnt, habe auch in meinem jetzigen Wohnhaus Mitmenschen mit dunklerer Haut und fürchte weder um Leib und Leben noch um mein Bargeld sondern habe zu allen ein sehr gutes und entspanntes Verhältnis.
      Manchmal mag ich nicht glauben, dass ich im Jahr 2016 lebe und sowas noch existiert.

  9. Ich wohne im Hamburger seit über 10 Jahren . Man kann nicht mehr in die Strasse gehen ohne direkt gefragt zu werden ob man drogen kaufen möchte oder “ alles okay ?“ Um ein Dealgespräch anzufangen. Leider sind es in der Tat nur farbige mit mutmasslich afrikanischen Hintergrund . Der Zustand ist für Anwohner extrem nervig . Freunde trauen sich gar nicht mehr mich zu besuchen weil sie regelrecht bedrängt werden . Ich bin voll für die Unterbindung der dealerei . Es nervt total .

  10. Geht auch mal in den Bundestag. Mitunter ist die Ausbeute da größer und auch die Herkunft wäre sicherlich interessanter.

  11. eieiei… na wenn man hier die Einträge liest, fällt es einem zumindest leicht die Mär vom „linken“ und „weltoffenen“ St. Pauli nicht mehr zu glauben sondern klar zu sehen, dass dieser Stadtteil genauso viele stumpfe Rassisten hat wie z.B. der von den hochnäsigen Hanseaten gern gescholtene Osten. Falls es einige noch nicht kapiert haben: Es ging oben um den verwendeten Begriff „Schwarzafrika“ und der hat in der Tat einen direkten Bezug zum Kolonialismus. Der von HAP gepostete Artikel weiter oben erklärt das eigentlich recht gut, aber möglicherweise sind hier einige zu faul die paar Zeilen zu lesen.
    Wenn ich hier schon Begriffe wie „Eskimo“ lese, bei denen eigentlich mittlerweile klar sein sollte, dass sie unpassend sind und Selbstbezeichnungen wie „anti anitfa“, die klar aus der rechten Ecke stammen, dann steigt in mir ein dezenter Brechreiz auf, von Franzis Eintrag ganz abgesehen (gerade steht übrigens noch einer der Täter der Naziverbrechen vor Gericht, ja die leben zum Teil noch). Aber naja, wer hier und da mal den älteren Wirten zuhört und anderen „echten Hamburgern“ der weiß, dass das alternative Selbstbild, das St. Pauli gerne von sich hat und auch so vermarketet großer Schwachsinn ist.
    Und in ihren Wohnungen sitzen dann die hellhäutigeren Dealer, verkaufen von dort ihr Zeug und erfreuen sich ihres entspannten Lebens, weil sie eben nicht auf dem Kieker der Beamten und der entrüsteten Anwohner/innen sind.
    Mal ganz abgesehen davon, dass es genug Menschen gibt, die Alkohol im Vergleich z.B. zum Hasch für die schlimmere Droge halten, aber den bekommt man hier an jeder Ecke, legal, der Staat verdient mit und die Verkaufenden genießen den Respekt des Viertels bzw. gehört das natürlich voll zu St. Pauli. Prost.

    • Diese Maximalpigmentierten haben doch, unabhängig von ihrer kriminellen Dealerei, in Deutschland gar nichts zu suchen. Keinem dieser Maximalpigmentierten steht in Deutschland Asyl zu. Weder nach dem Asylgesetz, noch nach der Genfer Flüchtlingskonvention. Es sind schlicht und ergreifend Illegale. Eine Schande für Politik und Justiz, dass man diese Männer nicht längst aus Deutschland abgeschoben hat.

  12. @lokaler
    ich vermute mal das der Pöbel hier garnicht auf St.Pauli wohnt…
    So wie es in der Davidstr. bei den Mädels fix war ,grüßt man sich irgendwann weil man sich oft sieht, weil man quasi Nachbarn is…genau so verhält sich das mit den Tickern, die fragen nicht jedesmal aufs neue ob alles gut is oda man was braucht oda sonst was… Man kennt sich halt und lebt nebeneinander…

    Aber klar…die Touris die hier von Abschiebung und Eskimos labbern sind halt Fremdkörper in diesem schönen Stadtteil…

    Grüße aus der Seilerstraße

    • @paulianer … wär „schön“ wenn es so wäre, aber ich hab von Leuten, die auf jeden Fall hier wohnen, leider auch schon ziemlich harte Aussagen gehört, u.a. von dem einen oder anderen alteingesessenen Wirt…

  13. Guten morgen, meine Familie und ich sind die Betreiber des Elbschlosskellers. Ganz so, wie im Bericht geschrieben, war es nicht, es in der Nähe unserer Kneipe ein versuchter Drogendeal von Zivis beobachtet. Der Dealer ist dann geflüchtet direkt in unser Geschäft und hat dort sein Kugel ausgespuckt. Dann wurden zur Sicherung verschiedene Personen hereingezogen, obwohl die alle Hausverbot bei uns haben, wir vermuten, dass sie dealen, und worden dort kontrolliert. Dann wurden Spürhunde angefordert. Gefunden haben sie ausser einer Kugel nichts. Toller Einsatz, der uns Geld und Gäste gekostet hat. Schön auch, dass gleich die Presse vor Ort war, die wollte drehen, haben wir nicht erlaubt. 25 Beamte in Uniform im Halbkreis vor der Tür für eine Kugel und sonst nichts. Das nennt sich Erfolg. Meines Erachtens hat Andy Grote gar keine Ahnung. Wir ortsansässigen werden nicht in Gespräch mit einbezogen. Erbärmlich und war zu erwarten. Reines sich Lorbeeren verdienen. Toll gemacht!

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