Blaulicht / Donnerstag, 26.11.2015

Handgranatenattrappe sorgt für Panik

 
 

Update: Die Gäste eines Kulturvereins nahe der Reeperbahn vermuteten einen Bombenanschlag. Polizei evakuierte die umliegenden Wohnhäuser.

Der Fernseher flimmert noch immer. Neben dem leeren Aschenbecher stehen drei angefangene Bierflaschen auf dem Tisch. Ringsherum umgekippte Barhocker und Stühle, neben der Tür ein zusammengebrochener Couchtisch auf drei Beinen. Man kann noch erkennen, mit welcher Panik die Menschen den Raum schlagartig verlassen haben. „Ich dachte erst, es gibt eine Schlägerei“, sagt Cahit Balat. „Plötzlich schrie jemand: Eine Bombe, es ist eine Bombe.“

Mit einem Großaufgebot ist die Polizei am Donnerstagabend an der Straße Pepermölenbek nahe der Reeperbahn angerückt. Offiziell gehört die Straße bereits zum Bereich Altona Altstadt. Gegen 20 Uhr war durch ein offenes Fenster zum Hinterhof ein „verdächtiger Gegenstand“ (O-Ton Polizei) in die Räumlichkeiten eines kurdischen Kulturvereins geflogen (s. Foto). Die Polizei evakuierte vorsorglich auch die Anwohner aus den naheliegenden Gebäuden und sperrte die Straße weitläufig ab.

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Die Spuren der schlagartigen Flucht sind noch deutlich zu erkennen

„Ich war nebenan in meinem Friseursalon und wollte gerade Feierabend machen“, sagt Cahit Balat, der seit 23 Jahren einen Friseursalon an der Straße betreibt. Im Anschluss wollte er nebenan bei seinem Cousin, der vor drei Monaten in einem ehemaligen Gemüseladen einen Kulturverein eröffnete, das Fußballspiel schauen. „Auf einmal gab es einen lauten Knall und die Menschen sind panisch auf die Straße gerannt.“

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Polizisten sperrten die Straße Pepermölenbek weitläufig ab

Laut Zeugen hielten sich zu dem Zeitpunkt zehn überwiegend junge Männer in dem Kulturverein, der auch als Sportsbar dient, auf. „Ich dachte erst an einen Scherz“, sagt Balat. „Aber ich habe die Granate gesehen. Ob sie echt war oder nicht, kann ich nicht sagen.“ Demnach sei der Gegenstand zunächst durch das Fenster auf einen der Spielautomaten, dann auf einen Tisch und schließlich auf den Boden gefallen.

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Zeuge Cahit Balat deutet auf das Fenster, durch das der Gegenstand geflogen sei

Um kurz vor 22 Uhr gab ein Sprengmeister der Hamburger Polizei Entwarnung. Demnach handelte es sich bei dem Gegenstand lediglich um eine Granatenattrappe. Im Anschluss durften auch die Anwohner wieder zurück in ihre Häuser. Warum jemand den Betreibern des Kulturvereins einen solchen Schrecken einjagen wollte, muss jetzt die Polizei ermitteln.

(Fotos: Daniel Schaefer)

 

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